WIEN (dpa-AFX) - Die Wiener Börse hat am Mittwoch in einem sehr schwachen internationalen Börsenumfeld deutlich tiefer geschlossen. Der ATX rasselte 3,58 Prozent auf 2227,10 Punkte tiefer. Der breiter gefasste ATX Prime schloss mit Abschlag von 3,35 Prozent auf 1136,18 Einheiten.

Zur Wochenmitte verwiesen Marktbeobachter auf eine merklich gestiegene Risikoaversion der Anleger. Auf die Stimmung der Anleger drückten die weiter ansteigenden Zahlen an Neuinfektionen mit COVID-19 in den USA und regionale Ausbrüche in Deutschland. Zudem wollen die USA offenbar den Handelsstreit mit der Europäischen Union und Großbritannien wieder aufnehmen. Die Regierung von Präsident Donald Trump denkt über Zölle auf Waren im Wert von 3,1 Milliarden US-Dollar nach.

Außerdem hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine globale Konjunkturprognose erneut gesenkt. Es droht eine Rezession von historischem Ausmaß - und das auch für die Eurozone. Die Weltwirtschaftsleistung soll demnach in diesem Jahr um 4,9 Prozent einbrechen.

Am heimischen Markt ging die Verkaufswelle quer durch die Branchen. Massiven Verkaufsdruck gab es im Finanzbereich zu sehen. Die Aktionäre der Erste Group mussten ein beachtliches Minus in Höhe von 6,1 Prozent verbuchen. Die Bawag-Titel büßten 5,7 Prozent an Kurswert ein und Raiffeisen Bank International verbilligten sich um 3,5 Prozent.

Unter den weiteren Schwergewichten in Wien rutschten die Anteilsscheine vom Verbund 5,4 Prozent tiefer. Voestalpine schwächten sich um 3,9 Prozent ab und Wienerberger bauten ein Minus von 4,3 Prozent.

Gegen den Abwärtssog stemmten sich defensive Titel wie Post (plus 1,8 Prozent) und EVN (plus 2,4 Prozent).

Die Wertpapierexperten der Raiffeisen Centrobank (RCB) haben die Aktien von Frequentis mit "Buy" in ihre Bewertung wieder aufgenommen. Das Kursziel für die Papiere des Anbieters von Informations- und Kommunikationssystemen wurde mit 22,0 Euro errechnet. Die Frequentis-Papiere gingen mit plus 0,2 Prozent auf 17,78 Euro aus dem Tag.

Der Flughafen Wien will mit einer deutlichen Senkung der Tarife den Airlines das Landen und Starten wieder schmackhaft machen. In diesem Jahr sollen die Landegebühren komplett gestrichen werden, was den Airport rund 10 bis 15 Millionen Euro kosten dürfte, wie Vorstand Julian Jäger der "Presse" sagte. Die Aktie des führenden heimischen Airports schloss prozentuell unverändert.

Von Analystenseite meldeten sich zudem die Experten von der Erste Group und revierten ihr Kursziel für die Aktie von Palfinger von 29,80 auf 22,60 Euro nach unten. Zudem werden die Papiere des Salzburger Kranherstellers weiterhin mit "hold" bewertet. Die Palfinger-Titel gaben 3,2 Prozent auf 19,26 Euro ab./ste/APA/nas