WIEN (dpa-AFX) - Während europaweite Rezessionsängste in der vergangenen Woche für Verluste verantwortlich waren, hat die Wiener Börse diese Woche mit kräftig Schwung begonnen und damit ihre Verluste der Vorwoche fast vollständig wettgemacht. Positive Impulse kamen aus Fernost. Auch das europäische Börsenumfeld tendierte in der Gewinnzone. Fast die Hälfte aller ATX-Aktien legten mehr als zwei Prozent zu. Der heimische Leitindex stieg 55,55 Punkte oder 1,95 Prozent auf 2906,62 Einheiten.

Heimische Konjunkturdaten dürften kaum bewegt haben. Die Inflation in Österreich dämpfte sich im Juli weiter ein und lag bei 1,4 Prozent, nach 1,6 Prozent im Juni. Hauptverantwortlich für den Rückgang waren Flugtickets, die sich im Jahresvergleich um fast 10 Prozent verbilligten, teilte die Statistik Austria mit. Preistreiber blieben Mieten. Die Expertin der Erste Group, Margarita Grushanina, rechnet für das Gesamtjahr 2019 mit einer Teuerungrate von 1,7 Prozent. Für 2020 sieht sie einen leichten Anstieg auf 1,8 Prozent.

Interessanter wird es am Donnerstag. Dann dürften die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes in Deutschland, Frankreich und der Eurzone, laut dem Helaba-Experten Ralf Umlauf, um die Vormonatsniveaus schwanken. Dass sich die Stimmung derzeit und unter dem Eindruck schwacher Aktienmärkte aufhelle, sei wenig wahrscheinlich, konstatiert Umlauf.

Vor einem Reigen an Geschäftsberichten am Dienstag blieb der Unternehmenskalender am Montag leer. Europaweit legten die Aktien der Stahlkonzerne zu. Im Fahrwasser der Branche konnten die zuletzt gebeutelten Aktien von Voestalpine Gewinne von 4,57 Prozent verbuchen.

An die Spitze des ATX stiegen die Papiere des Ölfeldausrüsters Schoeller-Bleckmann mit plus 5,86 Prozent bei 57,80 Euro. In der vergangenen Woche waren die Aktien noch auf ihr Jahrestief bei 54,00 Euro gefallen.

Auch die Andritz-Werte gewannen 4,52 Prozent. Der steirische Anlagenbauer erwarb Kempulp. Das schwedische Zellstoff-Technologieunternehmen soll vollständig in die Andritz-Sparte Pulp & Paper integriert werden.

Hingegen fielen die Anteilsscheine für den Flughafen Wien um 0,25 Prozent, obwohl die Prognose für die am Dienstag anstehenden Zahlen zum zweiten Quartal steigende Erlöse und Gewinne erwarten lassen. Die Analysten der Raiffeisen Centrobank (RCB) und der Erste Group stellen im Schnitt einen 5,6 Millionen Euro höheren Nettogewinn nach Minderheiten bei 51,3 Millionen Euro in Aussicht.

Am morgigen Dienstag warten auch Addiko Bank, Mayr-Melnhof sowie Kapsch TrafficCom mit Zahlen auf. Später in dieser Woche folgen EVN und CA Immo mit Geschäftsberichten. Damit neigt sich die hochsommerliche Berichtssaison ihrem Ende zu./mad/ste/APA/nas