Die Aktienmärkte stehen möglicherweise vor einer richtungsweisenden Handelswoche. Die zentrale Frage lautet hierbei aus unserer Sicht: Manifestieren sich die in der letzten Handelswoche noch einmal hochgekochten Rezessionsängste weiterhin in rückläufigen Aktienkursen oder bekommen die Märkte noch einmal die Kurve nach oben?

Insbesondere die zweite Hälfte der abgelaufenen Handelswoche war geprägt von Sorgen in Bezug auf die Verfassung der Weltwirtschaft. Die großzügig von der US-Notenbank am letzten Mittwoch (20.03.) an die Märkte verteilten Geschenke riefen hier eher Argwohn als Freude hervor. Die US-Notenbank beließ die Leitzinsen unverändert, aber das war auch nicht anders zu erwarten gewesen. Gleichzeitig stellte sie mehr oder weniger deutlich eine Zinspause für 2019 in Aussicht. Darüber hinaus wird sie ihr Programm zur Bilanzreduzierung ab Mai bereits herunterfahren und ab Herbst auf Eis legen. D.h., dass den Märkten dann keine Liquidität mehr über diesen Weg entzogen wird. An den Märkten brach sich ob dieser "Geschenke" dann die bereits angesprochene Skepsis Bahn. Die Aktienkurse begannen zu bröckeln, stattdessen legte der Goldpreis zu.

Die Sorgen der Marktteilnehmer bekamen dann am Freitag (22.03.) noch einmal neue Nahrung, als wichtige Wirtschaftsdaten für die Eurozone, Deutschland und die USA enttäuschten. Der schwache Wochenschluss stand stellvertretend für die neuen Sorgen... Die aktuellen Entwicklungen haben ihre Spuren im Dax hinterlassen.

Im Vergleich zu unserer letzten Kommentierung vom vergangenen Montag hat sich die charttechnische Verfassung des Index deutlich verschlechtert. Sprachen wir in der betreffenden Kommentierung noch von der Option für den Dax, die 11.700er Marke in Richtung 12.000 Punkte zu durchbrechen, muss man nun den Blick auf die Unterseite richten. Die Korrektur hat zuletzt Fahrt aufgenommen. Das erste charttechnische Porzellan ist bereits dadurch zerstört worden. Und es droht aus charttechnischer Sicht weiteres Ungemach, sollte die Bewegung nicht auf dem aktuellen Niveau von knapp 11.370 Punkten zum Stehen kommen.

Das Unvermögen des Dax, nachhaltiges Aufwärtsmomentum oberhalb von 11.700 Punkten zu entfalten, war (im Nachhinein betrachtet) bereits ein Warnsignal. Der Verlust der wichtigen Unterstützungen bei 11.650 Punkten und 11.500 Punkten verschärfte die Lage genauso, wie der Verlust des kurzfristigen Aufwärtstrends (rot dargestellt). Nun muss die Bewegung im Bereich von 11.400 / 11.370 Punkten zum Stehen kommen, anderenfalls drohen weitere Abgaben. Neben den 11.180 Punkten als potentielles Bewegungsziel rückt bereits die psychologisch wichtige Marke von 11.000 Punkten ins Blickfeld. Der Wochenauftakt muss also "sitzen". Eine fortgesetzte Schwäche könnte die 11.000er Marke schneller auf den Plan rufen, als womöglich den meisten lieb sein dürfte. Unter konjunkturellen Aspekten hält der Wochenauftakt gleich zwei Bewährungsproben bereit, am Montag u.a. der ifo - Geschäftsklimaindex und am Dienstag das GfK Verbrauchervertrauen...

(DAX® ist eine eingetragene Marke der Deutsche Börse AG)

 


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