FRANKFURT (dpa-AFX) - Der kräftige Anstieg der Boni bei der Deutschen Bank stößt Aktionären des Geldhauses sauer auf. "Die variablen Vergütungen sind 2020 um 29 Prozent gestiegen. Das ist zu viel in einem Jahr, in dem die Bank gerade einmal eine Milliarde Euro vor Steuern verdient hat", kritisierte Andreas Thomae von Deka Investment anlässlich der Online-Hauptversammlung des Frankfurter Dax-Konzerns am Donnerstag. "Die Bank hat sich operativ deutlich verbessert, aber die Auszahlung der Boni sollte sich am tatsächlich erwirtschafteten Gewinn orientieren und kein Vorschuss auf die Zukunft sein."

Nach dem ersten Nettogewinn seit 2014 hatte Deutschlands größtes Geldhaus die Summe der variablen Vergütung im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Drittel auf 1,9 Milliarden Euro erhöht. Die Vergütung des Deutsche-Bank-Vorstands stieg von 36 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 50 Millionen Euro - und das, obwohl das Führungsteam auf einen Teil der Bezüge verzichtete, um angesichts der Belastungen infolge der Corona-Pandemie ein Zeichen zu setzen.

Es gebe bei der Deutschen Bank seit Jahren "ein eklatantes Missverhältnis zwischen Boni und Dividenden", bemängelte Alexandra Annecke, Fondsmanagerin bei Union Investment. "Auch der Vorstand der Deutschen Bank wird im Vergleich zu anderen europäischen Banken überdurchschnittlich entlohnt, während die Profitabilität unterdurchschnittlich ist." Der Aufsichtsrat müsse "endlich dafür sorgen, dass die Höhe der Vergütung in einem angemessenen Verhältnis zur Wertschaffung für die Aktionäre steht", forderte Annecke./ben/DP/stk