Alibaba (WKN: A117ME)-Aktien setzen ihren vor mehr als einem Jahr begonnenen Abwärtstrend weiter fort (23.11.2021). Sie sind ein gutes Beispiel dafür, wie auch die Politik die Kurse beeinflusst. So wurden in China viele Großkonzerne mit Strafzahlungen und Regulierungsmaßnahmen konfrontiert, sodass ihre Aktien stark fielen. Für Elektroauto-Aktien wie Tesla (WKN: A1CX3) oder BYD (WKN: A0M4W9) verbesserte sich hingegen die politischen Rahmenbedingungen, sodass sie stark stiegen.

Deshalb kann auch nur ein Ende der politischen Eingriffe bei Alibaba wieder zu steigenden Kursen führen. Einige Investoren wie UBS (WKN: A12DFH) oder Blackrock (WKN: 928193) gehen davon aus, dass für viele China-Aktien das Schlimmste bereits vorüber ist. Doch endgültige Gewissheit gibt es wie immer erst dann, wenn sich die Lage tatsächlich verbessert.

1. Alibaba mit weiterer kleinen Strafzahlung

Doch aktuell ist dies noch nicht erkennbar. So wurden gegen Alibaba, Baidu (WKN: A0F5DE), JD.com (WKN: A112ST) und weitere chinesische Unternehmen zuletzt weitere Strafen verhängt. Sie hatten in Summe 43 Transaktionen, die bis in das Jahr 2012 zurückreichen, nicht gemeldet. Allerdings fallen die Strafen je Fall mit höchstens 500.000 Chinesische Yuan (etwa 69.529 Euro) nicht besonders hoch aus.

Alibaba hat beispielsweise im Jahr 2014 das digitale Kartierungs- und Navigationsunternehmen AutoNavi und 2018 44 % am Essenslieferservice Ele.me übernommen und die Transaktionen nach Angaben der chinesischen Marktaufsichtsbehörde nicht gemeldet.

2. Alibaba muss Cloudaktivitäten strenger überwachen

Alibaba und Baidu wurden zudem von der Cyberspace-Behörde dazu aufgefordert, ihr Cloudaktivitäten besser zu überwachen. Zuvor wurden betrügerische gefälschte Webseiten gemeldet, die über die Cloudplattformen der Konzerne liefen.

Präsident Xi Jinping hatte bereits im April 2021 erklärt, dass sein Land gegen Internetbetrug vorgehen werde. Die Konzerne müssen nun wahrscheinlich mehr Geld in die Überwachung investieren, was ihre Profitabilität mindern könnte.

3. Monish Pabrai und David Tepper haben verkauft

Viele Großinvestoren wie Charlie Munger oder Monish Pabrai sind in der ersten Jahreshälfte 2021 optimistisch in Alibaba eingestiegen. Doch zumindest teilweise haben sie ihre Entscheidung nun wieder revidiert und deshalb ihre Position reduziert. Monish Pabrai und David Tepper sind zwei Beispiele. Sie verkauften jeweils im dritten beziehungsweise zweiten und dritten Quartal 2021 einen Großteil ihrer Alibaba-Aktien.

Eine genaue Begründung gibt es dafür bisher nicht. Zu vermuten ist jedoch, dass den Investoren die staatlichen Eingriffe zu weit gingen und so die Wettbewerbsvorteile und schließlich die Ergebnisse und Gewinnmargen negativ beeinflussen. So berichtete Alibaba für sein zweites Geschäftsquartal 2021 von einem Gewinneinbruch um 81,3 %.

1. Viele Investoren bleiben trotzdem optimistisch

Die Mehrzahl der Großinvestoren bliebt dennoch weiterhin optimistisch und hat im dritten Quartal 2021 Alibaba-Aktien gekauft. Charlie Munger erhöhte seine Position über das Verlagsunternehmen Daily Journal (WKN: 873135) sogar um 82,7 %. Er investiert sehr langfristig. Deshalb stören ihn auch weitere kurzfristige Kursrückgänge wenig.

Der Artikel Alibaba-Aktie: 3 schlechte und 1 gute Nachricht ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Baidu, JD.com und Tesla.

Motley Fool Deutschland 2021

Autor: Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst


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