Wenn Investoren an Alibaba (WKN: A117ME) denken, so assoziieren sie in erster Linie eine Sache damit: den E-Commerce. Die beiden Plattformen tmall und taobao verfügen dabei beide über starke Geschäftsmodelle als Plattformbetreiber, die das Wachstum dieser Erfolgsgeschichte maßgeblich mit angekurbelt haben.

Wer genauer hinsieht, wird außerdem eine größere Cloud-Sparte entdecken. Sowie die Finanztochter Ant Financial. Alles so weit bekannt. Wobei Alibaba bereits des Öfteren gezeigt hat, dass man mehr als die Summe der offensichtlichen Teile ist.

Jetzt jedenfalls wagt das Management von Alibaba einen spannenden Schritt: Ausgerechnet im Bereich des Manufacturing beziehungsweise der händischen Produktion. Was der chinesische E-Commerce- und Tech-Konzern damit bezweckt? Genau das soll uns heute etwas intensiver beschäftigen.

Alibaba & Manufacturing

Wie der Nachrichtendienst Reuters zur Mitte der Woche berichtet hat, öffnet Alibaba jetzt eine Produktionsstätte in der ostchinesischen Stadt Hangzhou, die im Bereich des Smart Manufacturing angesiedelt ist. Immerhin, das Wörtchen smart ist in dieser Beschreibung noch enthalten. Trotzdem ein eher untypischer Schritt für den Internetkonzern, der eigentlich so gar nicht auf eigene Produktion setzt. Ja, noch nicht einmal auf eigene Logistik.

Aber wie auch immer: Das markiert im Endeffekt den Startpunkt von Alibaba innerhalb dieses Bereichs. Wie der Konzern angekündigt habe, möchte man damit die eigene Expansion fortsetzen und auch außerhalb des E-Commerce weiter wachsen. Sowie in andere Bereiche eindringen und diese möglicherweise revolutionieren.

Alibaba möchte demnach hauptsächlich mit Bekleidungsfirmen innerhalb seiner Smart-Manufacturing-Sparte zusammenarbeiten. Dabei werde der Internetkonzern jedoch besondere Dienste anbieten. Oder eben smarte Dienste. Auswertungen aus dem signifikanten E-Commerce-Volumen der Alibaba-Plattformen sollen dabei zukünftige Trends voraussehen, was den Produzenten die Möglichkeit geben soll, so schnell wie möglich auf diese zu reagieren und entsprechend zu produzieren. Im Endeffekt bleibt Alibaba trotzdem in gewisser Weise seinem Ansatz treu: Bei der Analyse des Smart Manufacturing kommt schließlich immerhin der Onlinehandel zum Einsatz.

Die Vision des Gesamtkonzerns

Alibaba dürfte mit diesem Projekt eher einem strategischen Imperativ nachgehen, der möglicherweise Zeit bedarf, bis er signifikant zum Wachstum beitragen kann. Dennoch zeigt auch dieser Schritt erneut, dass der Status quo bei dem chinesischen Konzern nicht ausreichend ist. Nein, sondern, dass konsequent nach anderen Segmenten und Bereichen gesucht wird, die revolutioniert werden können. Wobei Alibaba mit seinen Plattformen ein idealer Partner (alleine vom Handelsvolumen) ist, um zukünftige Trends mit smarter Technologie vorauszusehen.

Jack Ma, Gründer, Ankerinvestor und ehemaliger CEO von Alibaba, hat außerdem im Jahre 2016 mehrere Zukunftsbereiche definiert: Demnach wolle Alibaba neben „new“ oder „smart“ Manufacturing insgesamt auf „new retail“, „new technology“, „new finance“ und „new energy“ setzen. Wie wir in Anbetracht der bisherigen Gesamtausrichtung des Konzerns erkennen können, sind die Stichworte new technology (Cloud), new finance (Ant) und new retail (tmall & taobao) bereits abgedeckt, mit new manufacturing dürfte Alibaba eine weitere Säule dieser Strategie erfüllen. Bleibt abzuwarten, was der visionäre Konzern bei new energy noch wagen wird. Auch hier zeigt sich insgesamt jedoch: Die Chinesen sind noch lange nicht am Ende mit ihrer Vision.

Alibaba: Spannend!

Ob New Manufacturing ein Erfolg wird? Das wird die Zeit zeigen. Fest steht jedenfalls, dass Alibaba nun auch versucht, den Bereich der Produktion zu revolutionieren, nachdem der innovative Konzern bereits führend im E-Commerce, der Cloud und den Bezahldienstleistungen ist. Alibaba ist eine asiatische Macht, mit der man jedenfalls rechnen sollte. Und die noch immer viel Wachstumsfantasie besitzt.

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Vincent besitzt Aktien von Alibaba. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alibaba Group Holding Ltd.

Motley Fool Deutschland 2020

Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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