Der Münchner Versicherer befindet sich nach eigenen Angaben auf Kurs zu den Planvorgaben. Zwar ist der Nettogewinn wegen Abschreibungen auf Kapitalanlagen und anderen Belastungen im Vorjahresvergleich geschrumpft, doch das operative Ergebnis übertraf die Markterwartungen. Die Structured-Alpha-Affäre zieht auch noch ihre Kreise. Investoren reagieren zurückhaltend auf die Geschäftszahlen.

Zahlen des zweiten Quartals

Abschreibungen auf Kapitalanlagen und andere Belastungen haben dem Versicherer Allianz trotz eines verbesserten Tagesgeschäfts im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang eingebrockt. Unter dem Strich generierte die Allianz einen Gewinn von 1,7 Milliarden Euro und damit 23 Prozent weniger als im Jahr zuvor, wie der Konzern am Freitag in München mitteilte. Der operative Gewinn legte hingegen um fünf Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zu. Daher sieht Vorstandschef Oliver Bäte die Allianz auf Kurs, in diesem Jahr wie geplant einen operativen Gewinn von 12,4 bis 14,4 Milliarden Euro zu erzielen. An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an.

Schaden- und Unfallsparte punktet, Lebensversicherung leidet

Im zweiten Quartal steigerte die Allianz ihren Umsatz, die Summe aus Beitragseinnahmen und Fondsgebühren, um 8 Prozent auf 37,1 Milliarden Euro. Den größten Zuwachs verzeichnete dabei die Schaden- und Unfallsparte mit einem Plus von 16 Prozent. Rund die Hälfte des währungsbereinigten Wachstums in der Sparte sei auf Preiseffekte zurückzuführen, erklärte der Versicherer. Nur im Sach-Geschäft war auch das operative Ergebnis mit 1,6 Milliarden Euro höher als vor einem Jahr.

Die Lebensversicherung litt dagegen unter den schwankenden Finanzmärkten, die die Kapitalanlage-Margen belasteten. Der operative Gewinn der Lebens- und Krankenversicherung sank um rund 13 Prozent.

Skandal um Hedgefonds

Weitgehend ausgestanden scheint indes der Skandal um den Hedgefonds der Konzerntochter Allianz Global Investors. Die Gesellschaft hatte sich im Mai in den USA eines Wertpapierbetrugs schuldig bekannt, nachdem Großanleger wie Pensionsfonds mit bestimmten AGI-Hedgefonds zu Beginn der Corona-Pandemie Verluste in Milliardenhöhe erlitten hatten. Für Entschädigungen und Geldbußen hatte die Allianz in der Folge Ende 2021 und Anfang 2022 Belastungen von insgesamt etwa 5,6 Milliarden Euro verbucht.

Der Abwärtstrend an den Finanzmärkten wirkte sich auch auf die Asset-Management-Sparte aus. Die Vermögensverwalter Pimco und Allianz Global Investors kassierten weniger Erfolgsprovisionen. Zudem zogen die Anleger zwischen April und Juni 34 Milliarden Euro ab. Dadurch und wegen Kursverlusten schrumpfte das für Dritte verwaltete Vermögen um fast 200 Milliarden auf 1,77 Billionen Euro. Der operative Gewinn der Töchter Pimco und Allianz Global Investors sank um knapp 7 Prozent.

Die Allianz Aktie

Das Papier von der Allianz SE schafft es mit einer Abwärtsbewegung von 2,07 Prozent nur in das untere Drittel des Dax. Aktuell notiert der Wert des Münchner Versicherungskonzerns mit 175,74 Euro, der Schlusskurs am Tag davor lag hingegen bei 179,46 Euro. Für die Allianz geht es damit nach einigen besseren Tagen abwärts, und es wird sich noch zeigen, ob es weiterhin eine Abwärtsbewegung bei dieser Aktie gibt.

Allianz Aktie

Aktuell kommt die Aktie auf ein Handelsvolumen von 789.440 gehandelten Aktien. Insgesamt 662.437 Wertpapiere wurden am vorausgehenden Handelstag gehandelt. Die Aktie liegt gegenwärtig 20,39 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, das bei 220,74 Euro lag. Das 52-Wochen-Tief betrug 168,20 Euro.

/PG