Der anhaltende Niedrigzins macht den Pensionskassen zu schaffen und zwingt die Allianz nunmehr doch zu einem größeren Einschnitt. Aufgrund der geringen Nachfrage wird die Allianz Pensionskasse (APK) ab 2022 überhaupt keine Neuverträge mehr annehmen.

Bislang war dies nur für einen Teil des Neugeschäfts kommuniziert worden, wie etwa für das der Presse Pensionskasse, die zur APK gehört. In den vergangenen Jahren seien in diesem Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) „nur einige Tausend Verträge“ im Neugeschäft zustande gekommen, berichtet uns ein Sprecher. Dagegen habe sich das Neugeschäft in der Direktversicherung von 2017 bis 2019 von 200 000 auf 300 000 Verträge hochgeschraubt. Im Breitengeschäft der bAV setzt Allianz Leben mittlerweile auf Angebote in der Direktversicherung, die deutlich attraktiver sind als in der Pensionskasse.

„Sicherlich führt die regelmäßige Berichterstattung über Krisen bei Pensionskassen, über die vereinzelten Leistungskürzungen in den letzten Jahren oder auch die Notwendigkeit zusätzlicher Zahlungen durch die Arbeitgeber zu einer geänderten öffentlichen Wahrnehmung. Das kann es erschweren, neue Arbeitgeber für diesen Durchführungsweg zu gewinnen“, meint Rafael Krönung, Pensionskassen-Experte beim Berater Willis Towers Watson. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die APK seit der Marktöffnung für Pensionskassen 2002 mittlerweile wie ein Lebensversicherer arbeitet. Deshalb wurde das Geschäft zuletzt verstärkt auf die Allianz Leben umgeleitet.

Unterdessen wird Allianz Leben ab 1.1. in allen Tarifen, in denen es gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, die Bruttobeitragsgarantie auf einen Wert zwischen 60 und 90% absenken. Durch die Kombination des Sicherungsvermögens mit weiteren chancenorientierten Anlagen wie Aktien, alternativen Anlagen, Unternehmens- oder Schwellenländeranleihen lassen sich auch in Zeiten von Null- und Negativzins attraktive und sichere Lösungen gestalten. Schon heute macht der Branchenprimus nach eigenen Angaben 93% des Neugeschäftes mit modernen Garantie- sowie Biometrieprodukten.