HANNOVER/BERLIN (dpa-AFX) - Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann will Reisende mit Corona-Risikogebieten als Ziel an den Kosten für Virustests beteiligen. In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) sprach sich der CDU-Politiker dafür aus, dass Touristen bei einem gezielten Ansteuern solcher Regionen zur Kasse gebeten werden.

"Bei weiterhin hohem Infektionsrisiko weltweit sollten wir ernsthaft darüber sprechen, ob nicht diejenigen, die sich bewusst und ohne zwingenden Grund der Gefahr aussetzen und in ein ausgewiesenes Risikogebiet reisen, im Anschluss ihren Corona-Test selber bezahlen", meinte Althusmann. Es gehe um Verantwortung für das eigene Handeln - kostenlose Abstriche innerhalb von drei Tagen nach der Rückkehr dürften voraussichtlich nur ein vorübergehendes Angebot sein.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die grundsätzliche Kostenfreiheit bis auf Weiteres verteidigt. In den ARD-"Tagesthemen" argumentiert er, im Fall einer Beteiligung oder Übertragung der Bezahlung würden Reisende die Tests möglicherweise ganz scheuen.

Bislang sind die Untersuchungen auf eine Sars-Cov-2-Infektion für Rückkehrer kostenlos. In der vergangenen Woche machten in Niedersachsen vor allem eintreffende Passagiere am Airport Hannover davon Gebrauch. Dort wurden nach NDR-Informationen im Schnitt 700 bis 800 Abstriche pro Tag genommen. Am Samstag mussten laut "Hannoverscher Allgemeiner Zeitung" auch etliche Passagiere nach der Ankunft von drei Mallorca-Flügen länger vor dem Testzentrum anstehen./jap/DP/men