EMDEN/STADE (dpa-AFX) - Als möglicher Standort für ein schwimmendes Importterminal für Flüssigerdgas (LNG) kommt laut Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann auch Stade in Frage. Ein solches Terminal könne bis Mitte 2023 dort im Hafen an der Elbe andocken, sagte der stellvertretende Ministerpräsident am Freitag beim niedersächsischen Hafentag in Emden. Bislang plant die Hanseatic Energy Hub (HEH) zusammen mit dem US-Chemieunternehmen Dow, das auch Minderheitsgesellschafter bei HEH ist, in Stade bis 2026 ein stationäres Importterminal zu bauen. Beide Unternehmen hätten nun am Donnerstag signalisiert, auch mit der Option eines schwimmenden Importterminals zu planen, sagte Althusmann.

Mit den schwimmenden Anlande- und Speicherplattformen, sogenannten Floating Storage and Regasification Units (FSRU), an denen LNG-Tanker festmachen können, will die Bundesregierung die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen reduzieren. Aus Regierungskreisen hieß es zuletzt, dass es Vertragsunterzeichnungen für die Charterung von drei FSRUs gebe, für eine vierte gebe es Planungen. In Wilhelmshaven sollen in der kommenden Woche die ersten Vorarbeiten für ein solches schwimmendes Terminal beginnen. Neben Wilhelmshaven waren als mögliche Standorte zuletzt auch Rostock und Brunsbüttel im Gespräch.

"Ich halte auch eine FSRU in Stade für denkbar und wünschenswert", sagte Althusmann. Zusammen mit dem Terminal in Wilhelmshaven könnten so pro Jahr 20 bis 30 Milliarden Kubikmeter Flüssigerdgas importiert und angelandet werden. "Wer die Lücke von 55 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr aus Russland schließen will durch verflüssigte Gase, der muss Stade und Wilhelmshaven jetzt so schnell wie möglich ausbauen", sagte Althusmann. Niedersachsen alleine könne das nicht stemmen. Dazu brauche es Zusagen der Bundesregierung./len/DP/mis