Berlin (dpa) - Angesichts des Fachkräftemangels im Handwerk hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bei Schulabgängern für die Berufe geworben.

«Häufig machen sich junge Menschen keine oder falsche Vorstellungen von einer Ausbildung oder der Arbeit im Handwerk», sagte der CDU-Politiker der «Bild»-Zeitung. Dabei sei das Handwerk modern und innovativ. «Digitale Assistenzsysteme gehören heute genauso zur Ausrüstung eines Klempners wie Zollstock und Zange.» Zudem gebe es sehr gute Verdienstmöglichkeiten, als Angestellter wie als Selbstständiger.

Altmaier forderte zudem die Lehranstalten zu mehr Engagement auf. «Selbstständigkeit und Unternehmertum sind Kernkompetenzen, die wir schon in der Schule lernen müssen», sagte er. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer forderte, finanzielle Hürden abzubauen. Fachwirte, Meister oder Betriebswirte müssten ihre Fortbildung - im Gegensatz zu Studenten - selbst bezahlen. «Das muss sich ändern», sagte der Chef des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) dem Blatt. Zwei Drittel eines Jahrgangs entschieden sich für ein Studium. Wenn dieser Trend sich fortsetze, nehme der Fachkräftemangel weiter zu und Deutschland werde zu einem «Land ohne Gestalter, Schrauber und ohne Macher».

Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) betonte, dass sowohl Handwerker und Ingenieure als auch Akademiker gebraucht würden. Allerdings lernten «immer noch» die meisten jungen Leute einen praktischen Beruf, ob als Handwerker oder in den Pflegeberufen. «Diese Berufe werden immer anspruchsvoller. Deshalb ist die Durchlässigkeit so wichtig», sagte Karliczek der «Bild».