Indiens E-Commerce-Markt ist dank der zunehmenden Internetdurchdringung in einem Land mit fast 1,4 Milliarden Einwohnern derzeit ein Wachstums-Hotspot. Schätzungen Dritter zufolge könnte der indische E-Commerce-Markt bis 2024 eine jährliche durchschnittliche Wachstumsrate von über 18 % verzeichnen.

Es überrascht nicht, dass sich der Wettbewerb in diesem Jahr durch den Eintritt neuer Akteure wie JioMart von Reliance Retail verschärft hat. Doch der amerikanische Riese Amazon (WKN:906866) lässt seinen Rivalen in Indien keinen Zentimeter des Marktes, da er alles daran setzt, seinen Anteil an diesem lukrativen E-Commerce-Markt zu erhöhen, der nach Schätzungen von Goldman Sachs bis 2024 einen Wert von 99 Milliarden US-Dollar erreichen könnte. Das von Jeff Bezos geführte Unternehmen hat beschlossen, seinen Rivalen in Indien während der bevorstehenden Festtagsverkäufe die Hölle heiß zu machen.

Amazons neuester Trick, um den Verkauf in Indien anzukurbeln

Amazon sagte kürzlich in einem Blog-Beitrag, dass es mehr als 100.000 Nachbarschaftsläden, lokale Geschäfte und kleine Läden (in Indien als Kirana-Läden bekannt) rekrutiert hat, um seine Verkäufe während der kommenden Festtage im Land anzukurbeln. Davon sind 20.000 Einzelhändler Teil der Plattform „Local Shops on Amazon“, die das Unternehmen im April dieses Jahres eingeführt hat.

Bei der Einführung waren nur 5.000 Offline-Einzelhändler und lokale Geschäfte Teil des Programms, was darauf hindeutet, dass das Unternehmen gut daran getan hat, sein Vertriebsnetz in einem beeindruckenden Tempo auszubauen, um das Programm auf 400 Städte auszuweiten. Inzwischen hat Amazon mehr als 15.000 lokale Ladenbesitzer in das Pay-Smart-Store-Programm aufgenommen, das es den Kunden ermöglicht, Produkte in Geschäften zu kaufen, indem sie ihre QR-Codes einscannen und mit einer Vielzahl von Optionen bezahlen.

Und Amazon hat mehr als 28.000 Geschäfte in sein „I Have Space“-Lieferprogramm aufgenommen. Mit dieser Initiative geht der E-Commerce-Riese eine Partnerschaft mit lokalen Geschäften ein, die als Lieferstationen der letzten Meile fungieren. Amazon schätzt, dass diese verschiedenen Programme helfen werden, im kommenden Weihnachtsquartal eine breite Palette von Produkten auszuliefern, von „alltäglichen Gebrauchsgegenständen bis hin zu Großgeräten und von Einrichtungsgegenständen für den Haushalt bis hin zu Geschenken und frischen Blumen“.

Amazon verspricht auch Lieferungen am selben/nächsten Tag an Kunden, die Artikel in Geschäften kaufen, die Teil der Plattform „Lokale Geschäfte“ sind. Alles in allem hat sich das Unternehmen für die festliche Verkaufssaison in Indien in diesem Jahr gut aufgestellt, für die laut RedSeer Consulting ein Umsatz von 7 Milliarden US-Dollar erwartet wird – ein schöner Anstieg gegenüber dem Vorjahresumsatz von 3,8 Milliarden US-Dollar.

Es wird erwartet, dass fast 160 Millionen Menschen während der diesjährigen Festtage online einkaufen werden, im Vergleich zu 135 Millionen im letzten Jahr. Daher ist es für Amazon wichtig, seine Präsenz in Indien vor dieser lukrativen Verkaufssaison zu verstärken und den Erfolg zu wiederholen, den es während des Verkaufs am Prime Day Anfang August hatte.

An dem zweitägigen Prime Day in Indien waren mehr als 91.000 kleine und mittlere Unternehmen beteiligt, was dem Unternehmen zu einem Umsatz von mehr als 600 Millionen US-Dollar verhalf. Die Hinzufügung weiterer Offline-Shops für die bevorstehende Weihnachtszeit könnte dazu beitragen, dass es diesmal noch besser läuft.

Ein Blick auf das Gesamtbild

Amazons Vorstoß in lokale Geschäfte und Einzelhändler in Indien dürfte sich langfristig auszahlen, da der Online-Einzelhandel nur einen kleinen Teil des gesamten Einzelhandelsmarktes des Landes ausmacht. Goldman Sachs schätzt, dass der Online-Einzelhandel im Jahr 2024 11 % des Einzelhandels in Indien ausmachen wird, was darauf hindeutet, dass es noch viel Wachstumspotenzial gibt, da die Zahl der Internetnutzer in Indien voraussichtlich weiter steigen wird.

Derzeit gibt es in Indien etwa 690 Millionen Internetnutzer, eine Zahl, die laut einer Schätzung Dritter in den nächsten fünf Jahren auf eine Milliarde ansteigen dürfte. Infolgedessen dürfte der indische E-Commerce-Markt ein deutliches Wachstum verzeichnen – und Amazon zieht die richtigen Fäden, um diese Multimilliarden-Dollar-Chance zu nutzen.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Tochtergesellschaft von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Harsh Chauhan auf Englisch verfasst und am 07.10.2020 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt Aktien von Amazon und empfiehlt die folgenden Optionen: Short Januar 2022 $1940 Calls auf Amazon und Long Januar 2022 $1920 Calls auf Amazon. 

Motley Fool Deutschland 2020

Autor: Motley Fool beitragende Investmentanalysten

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