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ANALYSE: JPMorgan erwartet vor der Rezession noch neue Aktienrekorde

12:33 Uhr 15.04.2019

FRANKFURT (dpa-AFX) - Neue historische Höchstkurse an den Weltbörsen mitnehmen - und sich anschließend für eine Rezession positionieren. So lautet der Rat der Investmentbank JPMorgen an die Investoren. Als Kurstreiber dürften vor allem die schon jüngst stark eingetrübten Erwartungen wirken, prognostiziert Analyst Mislav Matejka am Montag in einer strategischen Empfehlung.

Deren Anlass ist der Beginn der Quartalsberichtssaison an der Wall Street. Noch im Oktober habe der Markt einen Anstieg der Quartalsgewinne aller 500 Unternehmen des S&P 500 auf Jahressicht um neun Prozent erwartet. Nunmehr aber rechneten Analysten mit einem Rückgang der Gewinne um zwei Prozent.

Die Anleger seien damit möglicherweise zu pessimistisch, so Matejka. Während beispielsweise der Ölpreis im Jahresvergleich um fünf Prozent gefallen sei, hätten Experten die Prognosen für die Gewinne der Unternehmen im für die US-Konjunktur wichtigen Energiesektor gleich um gut ein Fünftel reduziert. Für "defensive", weniger von der Konjunktur abhängige Unternehmen in Europa rechne der Markt im ersten Quartal mit einem Rückgang der Gewinne um 14 Prozent. "Das dürfte zu pessimistisch sein", meint der Experte, auch wenn die Zahlen der Unternehmen in den kommenden Wochen eher durchwachsen ausfallen sollten.

Nach der Rally seit Jahresbeginn liege die Hürde für weitere Kursgewinne allerdings nun höher, räumte Matejka ein. Investoren dürften jedoch fortan auf wieder steigende Gewinne der Unternehmen setzen. Die wirtschaftlichen Aktivitäten in China dürften wieder zunehmen, die in Europa sich stabilisieren und die in den USA robust bleiben. "Die weltweiten Aktienmärkte, angeführt von China und dem S&P 500, dürften noch auf deutlich höhere Rekordwerte steigen", ist sich der Experte sicher.

Für europäische Aktien spreche ein voraussichtlich weiter fallender Eurokurs, mit dem sich die Exportchancen der Unternehmen noch verbessern dürften. Gleichwohl sei das Kurspotenzial im Vergleich zum chinesischen und zum US-Markt begrenzt: Den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sieht Matejka zum Jahresende bei 3550 Punkten, das wäre ein Anstieg um noch knapp drei Prozent. Unter den "Top Picks" der Investmentbank finden sich mit der Allianz, Airbus und Puma auch drei deutsche Börsentitel./bek/gl/jha/

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