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ANALYSE: Merck Finck sieht Asien langfristig wirtschaftlich auf der Überholspur

14:31 Uhr 05.07.2018

FRANKFURT (dpa-AFX) - Auf lange Sicht verschiebt sich das weltwirtschaftliche Gleichgewicht zunehmend von den westlichen Industrienationen hin in Richtung Osten, nach Asien. Während sich die USA unter Präsident Donald Trump mit seiner "America First"-Politik weiter von der globalen Bühne zurückzögen und Europa nicht in der Lage sei, gemeinsame Reformvisionen zu entwickeln, profitiere vor allem China, sagte Chefstratege Robert Greil von Merck Finck Privatbankiers am Donnerstag in Frankfurt. Zudem werde Indien weiter nachhaltig wachsen.

Bis 2030, so die Einschätzung der Münchener Experten von Merck Finck, werde China die USA als weltgrößte Volkswirtschaft überholt haben, "vielleicht sogar deutlich früher". Bis 2025 kämen drei Viertel des Weltwirtschaftswachstums aus den Schwellenländern, und in China werde die nächste Milliarde Menschen in die - nach europäischen Maßstäben bemessene - Mittelschicht aufsteigen, so Greil.

Schon jetzt sei an den Wirtschaftsdaten feststellbar, dass "China immer stärker konsum- und auch binnenmarktorientiert" sei. Indien, bereits ein globales Finanztechnologie-Zentrum, werde China in den nächsten 10 bis 15 Jahren als bevölkerungsreichste Nation ablösen, während Europa weiter altere und die Vereinigten Staaten sich zunehmend nur noch auf sich selbst konzentrierten.

Auf diese langfristige Verschiebung der Weltordnung gelte es sich rechtzeitig einzustellen, um zu profitieren, empfiehlt Greil. Über kurz oder lang werde sich die Kräfteverlagerung von West nach Ost auch in den Zusammensetzungen von Anleihe- und Aktienmarktindizes widerspiegeln. Investoren auf der Suche nach Anlagechancen seien daher zu einer deutlichen Erweiterung ihres Horizonts gezwungen.

Die zunehmende Abschottungspolitik, wie sie Trump betreibe, werde den USA auf lange Sicht jedenfalls nichts bringen, sind die Merck-Finck-Experten überzeugt. In dem Maße, wie sich Chinas dynamische Volkswirtschaft weiter entwickele, werde sein weltweiter Einfluss zunehmen und niemand werde dies aufhalten können; auch ein Handelskrieg nicht. Auf den aber steuern die USA und China momentan zu, denn an diesem Freitag sollen US-Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Importe aus China im Wert von 34 Milliarden US- Dollar in Kraft treten. Die angekündigten Gegenmaßnahmen Chinas sollen dann kurz danach als Vergeltung folgen./ck/gl/jha/

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