FRANKFURT (dpa-AFX) - Die intensiven Bemühungen des Managements von Leoni <DE0005408884> zur Abwendung einer Insolvenz des Autozulieferers dürften nach Ansicht der Privatbank Quirin Früchte getragen haben. Analyst Daniel Kukalj rechnet laut einer am Montag vorliegenden Studie mit positiven Marktreaktionen auf die Erfolge des Restrukturierungsprogramms Value21 und einem positiven Ergebnis des Sanierungsgutachtens. Dieses war von Leoni als Gegenleistung für zusätzliche Barmittel kreditgebender Banken in Auftrag gegeben worden.

Der Quirin-Analyst stufte daher die Aktie des Herstellers von Drähten, Kabeln und Bordsystemen von "Sell" auf "Buy" hoch. Das Kursziel hob er auf 19 Euro an, womit er es mehr als verdoppelte. Zuvor hatte es bei 9 Euro gelegen. Mit dem Kurssprung des Papiers an diesem Tag um rund 16 Prozent auf 12,60 Euro bedeutet dies noch ein Kurspotenzial von rund 50 Prozent.

Zurzeit noch seien die Analysteneinschätzungen zur Leoni-Aktie recht negativ, schrieb Kukalj. Dabei verwies er darauf, dass die meisten Experten einen Verkauf empfehlen, einige zum Halten raten und nur wenige die Papiere attraktiv genug zum Kaufen finden.

Laut Kukalj ist Leoni systemrelevant für europäische, insbesondere für deutsche Autobauer. Allein die Auftragseingänge aus dem Jahr 2017 beliefen sich auf etwa sieben Milliarden Euro in der Sparte Wiring Systems (WSD), schrieb er. Von 2020 an dürften sich diese in der WSD-Sparte, die Kabelsätze, komplette Bordnetz-Systeme sowie dazugehörige Komponenten für die internationale Automo­bil­-, Nutzfahrzeug­- und Zulieferindustrie entwickelt und vertreibt, in Umsätze wandeln. "Ein Zusammenbruch von Leoni dürfte daher einen tiefen, negativen Einfluss auf die gesamte Autobranche haben", erklärte er./ck/ajx/jha/

Mit der Einstufung "Buy" traut die Quirin Bank der Aktie in einem Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten eine Kurssteigerung um 10 Prozent oder mehr zu. Analysierendes Institut Quirin Bank.

Veröffentlichung der Original-Studie: 17.02.2020 / 09:20 MEZ Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 17.02.2020 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / MEZ