BOSTON (dpa-AFX) - Die Sorge vor einer konjunkturellen Abkühlung hat die Risikobereitschaft der Investoren einem Bericht zufolge weiter gedrückt. Die Stimmung trübe sich in allen Weltregionen ein, besonders aber in Europa, hieß es am Mittwoch vom Vermögensverwalter State Street. Dessen Global Investor Confidence Index (ICI) sank im Juni im Vergleich zum Vormonat global um 2,6 Punkte auf 94,6.

"Die Risikobereitschaft der Investoren war im Juni im Rückwärtsgang", schrieb Rajeev Bhargava von State Street. "Regionale Sorgen in Bezug auf das Wachstum häufen sich weiter". Vergleichsweise mild traf es Nordamerika, wo der ICI um 2,5 Punkte auf 97,1 nachgab. "Während die letzte Runde der Zinserhöhungen von Zentralbanken zur Inflationsbekämpfung die Volatilität antrieb, blieb der Effekt auf US-Investoren vergleichsweise gedämpft", erläuterte Bhargava.

Anders war es in Europa, wo sich der ICI um 10,6 Zähler auf 57,6 verschlechterte. Dass der Index hier im vierten Monat in Folge fiel, führten die Autoren auf einen Mix aus erhöhter Inflation, zurückhaltenden Unternehmen und "falkenartigem" Verhalten der Zentralbanken zurück. In Asien fiel der ICI um 4,8 Punkte auf den Stand von 88,8.

Der Investor Confidence Index misst den Angaben zufolge die Risikobereitschaft der Anleger, indem er das tatsächliche Kauf- und Verkaufverhalten institutioneller Investoren untersucht. Der Index weist Änderungen in der Risikobereitschaft der Anleger eine genaue Bedeutung zu: Je höher die prozentuale Verteilung auf die einzelnen Papiere, desto größer die Risikobereitschaft beziehungsweise das Vertrauen. Ein Wert von 100 ist neutral - dies ist der Wert, bei dem Investoren ihren langfristigen Anteil an risikoreichen Anlagen weder erhöhen noch verringern./jcf/bek/men