Die Europäische Zentralbank belässt den Leitzins auf dem niedrigen Niveau von null Prozent. Dafür fährt sie ihre Anleihenkäufe schneller zurück. Der DAX reagiert empfindlich.

Das Kaufvolumen des Programms APP, das die EZB erst aufstockte, reduziert sie bis Ende Juni auf 20 Milliarden Euro. Die Institution will mit dieser Entscheidung auf die anhaltend hohen Teuerungsraten antworten. Den Leitzins rührte die EZB nicht an. Dieser bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent. Doch der EZB-Rat behält sich vor, diesen anzupassen, um die Inflationsrate mittelfristig auf einem Niveau von zwei Prozent zu stabilisieren.

Comdirect-Marktexperte Andreas Lipkow ordnet die Reaktion der EZB folgendermaßen ein:

Der Konflikt in der Ukraine stellt sich weiterhin als verworren und schwierig zu lösen dar. Die Parteien können bisher keinen gemeinsamen Konsens finden. Als wenn das noch nicht genug ist, werden auch die Töne der EZB für eine potenzielle Leitzinserhöhung restriktiver und lauter.

Die ersten Reaktionen der Märkte ließen nicht lange auf sich warten. "Der Euro hat sofort reagiert und die Kursmarke von 1,11 US-Dollar übersprungen. Somit scheinen sich die Zeiten einer lockeren Geld- und Zinsmarktpolitik in der EU dem Ende zu nähern. Der DAX weitet seine Tagesverluste aus und liegt aktuell mit 3,6 Prozent in der Verlustzone. Insbesondre die Aktien der Deutschen Autobauer müssen erneut hohe Verluste hinnehmen", so Lipkow weiter.

Die Aktien von BMW, Mercedes Benz-Group und VW stehen mit jeweils sechs Prozent im Minus (Stand: 10.03.2022; 14:50 Uhr).

Autor: Nicolas Ebert, wallstreet:online Zentralredaktion


Jetzt den vollständigen Artikel lesen