von Oskar Herbert

Düsseldorf, 17.04.2014: Jenseits der Mini-verzinsten Anleihen mit guten Bonitäten versuchen Anleger ihr Geschick zwischen Rendite und Risiko. Die österreichische Milliarden-Baufirma Porr AG hat gleich vier Anleihen laufen: Der 6%er (ISIN: AT0000A0F9G7) über 100 Mio. € steht schon in sieben Monaten zur Rückzahlung an. Bei Kursen um 102% ergibt sich unter Berücksichtigung von Stückzinsen noch eine betonfeste Rendite für das Bau-Festgeld bei Porr.

Nächstes Jahr am 13.10 sind dann 125 Mio. € für den 5%er von Porr fällig; ISIN: AT0000A0KJK9. Diese Anleihe kostet aktuell 103%. Am 4.12.2016 folgen dann 50 Mio. € für den 6,25%er von Porr; ISIN: AT0000A0XJ15. Das Papier kostet derzeit 107%. Sogar 109% werden für den 6,25%er verlangt, der erst 2013 herauskam. ISIN: DE000A1HSNV2. Porr hat 2013 den Bruttogewinn vor Zinszahlungen und Steuern auf 88 Mio. € gesteigert. Sofern 2014 weiter erfolgreich gewirtschaftet wird, dürften die kommenden hohen Tilgungsanforderungen kein Problem für die bald 150 Jahre alte Familien-AG darstellen. Anleger sehen das optimistisch: Die Porr-Aktie ist jüngst stark gestiegen; ISIN: AT0000609607.

Die gute Stimmung haben die Familienstrategen genutzt: Mehr als 100 Mio. € haben sie durch die Ausgabe zusätzlicher Aktien in die Kasse bekommen. Porr AG baut in großem Stil im umstrittenen Fußball-WM-Land Katar. Dort soll es zu unvertretbaren Bedingungen für Arbeiter auf und neben Baustellen gekommen sein. Den Österreichern ist zu vertrauen, dass sie - und damit auch ihre Gläubiger - nichts mit diesen Bedingungen zu tun haben. Dass die Baustellen zum Schaden der Baufirmen stillgelegt werden und die WM 2022 doch nicht in der Wüste stattfinden wird, das ist angesichts der finanziellen Bedeutung arabischer Gelder und Beteiligungen in der Westwirtschaft eher unwahrscheinlich. Soweit diese Einschätzung zutreffend ist, sind Renditen um 5% mit den Porr-Anleihen stabil.

Andere Bau-Anleihen, etwa von ebenfalls österreichischen Strabag oder von den Fusions-Partnern Holcim und Lafarge rentieren weniger hoch als die Porr-Papiere. Einzig die Hochzins-Anleihe von Cemex rentiert über 8% (ISIN: XS0473787884). Cemex (Cementos de Mexico) ist der Gegner der künftigen "Holfarge" (Holcim&Lafarge), wenn diese erst mal mit ihren Fusions-Regularien durch sein wird.

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