von Oskar Herbert

Düsseldorf, 12.11.2015: Die Leitzinsen für Deutschland und Europa steigen bereits wieder; Wochen bevor die angebliche Leitbank, die FED, die Zinsen für USA erhöhen wird. Anleger hoffen auf höhere Renditen.

Renditen steigen

Die eigentlichen Leitzinsen für den Euro-Raum werden weniger von der FED gemacht. Sie werden jeden Tag neu ausgerechnet, an dem in Frankfurt die Börse öffnet: Es ist die Umlaufrendite deutscher Anleihen. Diese Rendite wird mit täglich bezahlten Kursen an der Börse ermittelt. Seit  Ende Oktober 2015 ist diese Durchschnittsrendite kräftig gestiegen; von 0,35 % auf 0,45 %. Zwischenzeitlich hatte die Deutsche Bundesbank sogar schon 0,53 % ausgerechnet; wohlgemerkt: nicht Monats- sondern Jahresrenditen.

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Kurse sinken

Die niedrigste Umlaufrendite aller Zeiten war im April 2015 ausgerechnet worden: 0,05 %. Daran gemessen hat der Anleihenmarkt innerhalb eines halben Jahres massiv gedreht. Für die Richtung weisende 2,5 %-Bundesanleihe bis 2046 hatten Anleger Ende April - zum Zeitpunkt des Tiefstands der Umlaufrendite - den Rekordkurs von 159 % bezahlt. Aktuell ist dasselbe Papier für 125 % zu haben; ISIN: DE0001102341. Mit diesem Kurs errechnen sich 2 % jährliche laufende Rendite und 1,5 % Endrendite unter Berücksichtigung des Umstands, dass in 30 Jahren nur jeweils 1.000 € zurückfließen werden, wofür aktuell 1.250 € zu bezahlen sind. Die im Vergleich zur Umlaufrendite höhere Rendite von "Bund46" ergibt sich aus der megalangen Laufzeit. Die Umlaufrendite ist ein Durchschnittswert über alle Laufzeiten, also auch über kurze Laufzeiten.

9,2 % Rendite

Die höchste Umlaufrendite aller Zeiten ist vor 25 Jahren errechnet worden: 9,2 % am 10. und am 11. Oktober 1990. Das war wenige Tage, nachdem die deutsche Wiedervereinigung juristisch verwirklicht war. Im Laufe der Jahre zeigte es sich dann, dass Deutschland die reale Umsetzung der Wiedervereinigung schaffen würde; ablesbar an immer weiter sinkenden Renditen. Es zeigte sich ferner, dass die in der allgemeinen politischen Hochstimmung versprochenen blühenden Landschaften jedenfalls nicht an mangelnden Finanzen scheitern würden.

Steigende Armut

Inzwischen blühen die Ostlandschaften weithin; symbolisch sogar im Herbst. Die Zinsen sind so tief gesunken, dass andere Sorgen um sich greifen; Sorgen, die aufgeblühte Wirtschaft könnte ihre immer billiger hergestellten Produkte nur noch zu deflationär sinkenden Schleuderpreisen an den Käufer bringen. Schwerwiegender sind um sich greifende Sorgen, die Altersrenten könnten - wegen zur niedriger Anlagezinsen und -renditen - so deflationär sinken, dass in einigen Jahren nur noch ein Umstand steigt: die Altersarmut.

Steigende Zinsdruck

Steigende Leitzinsen sind folglich nichts, was Anlegern Sorgenfalten bereitet. Dies gilt umso mehr, wenn solche steigenden Zinsen Folge wachsender Wirtschaftsdynamik sind; etwa in dem Sinne, wie Deutschland die Vereinigung mit Megamengen an Flüchtlingen zu schaffen versucht, die es momentan in unsere blühenden Landschaften treibt. Sorgen bereiten vielmehr hemmungslosen Maßnahmen der Europäischen (Leitzins)-Zentralbank. Sie deutet an, noch mehr Anleihen ankaufen und die Renditen nach unten drücken zu wollen. Hoch bestallte Euro-Banker nehmen dabei in Kauf, dass Anleger am Ende doch weiter auf höhere Renditen warten müssen und dass die Sorgen von Anlegern und Bürgern steigen: die Sorgen vor Altersarmut.

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