APA ots news: COVID-19: FIW veröffentlicht neue Studie zur Entwicklung der österreichischen Außenwirtschaft

Update für 2020 und 2021 mit neuen Prognosen und

Einschätzungen zur zukünftigen Entwicklung berücksichtigt

ökonomische Folgen der Pandemie

Wien (APA-ots) - Die österreichischen Waren- und Dienstleistungsexporte

werden im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 real um 12,4% niedriger

ausfallen. Die Gesamtimporte werden über denselben

Beobachtungszeitrum (ebenfalls real betrachtet) um 10,6% schrumpfen.

Da die Exporte stärker von der COVID-19-Pandemie als die Importe

betroffen sind, wird der Beitrag der Nettoexporte zum

gesamtwirtschaftlichen Wachstum somit im Jahr 2020 mit einem Minus

von 1,3 Prozentpunkten relativ deutlich negativ ausfallen.

Im FIW-Jahresgutachten zur Entwicklung der österreichischen

Außenwirtschaft vom Februar 2020 wurden die internationalen

Handelskonflikte, der Brexit und das Phase-I-Abkommen zwischen China

und den USA als Hauptrisikofaktoren für die Prognose der Entwicklung

der österreichischen Außenwirtschaft eingestuft. Die Ergebnisse aus

dem ursprünglichen FIW-Jahres­gutachten wurden durch die Pandemie und

die notwendigen gesundheitspolitischen sowie

wirtschaftsbeschränkenden Maßnahmen, vor allem was die kurzfristige

Betrachtung betrifft, obsolet. Mittelfristig und nach dem Überwinden

der Gesundheitskrise dürften die Themen aus dem ursprünglichen

Jahresgutachten, wie etwa die Handelskonflikte und die Reaktion der

Handelspolitik auf die klimapolitischen Vorgaben, jedoch wieder ins

Zentrum rücken.

Die COVID-19-Pandemie hatte einen massiven Einfluss auf die

internationalen Wirtschaftsaktivitäten und somit auf die

österreichische Außenwirtschaft. Das vorliegende Oktober-Update zum

FIW-Jahresgutachten "Die österreichische Außenwirtschaft" vom Februar

2020 präsentiert eine neue kurzfristige Prognose für die Entwicklung

der österreichischen Außenwirtschaft in den Jahren 2020 und 2021. Sie

beruht auf Informationen über die österreichische Wirtschafts- und

Außenhandelsentwicklung im 1. Halbjahr 2020 und auf internationalen

Prognosen zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Die Weltwirtschaft wurde vor allem im II. Quartal 2020 von den

ökonomischen Effekten der COVID-19-Pandemie erfasst und wird in

diesem Jahr um rund 4,5% schrumpfen. Ein so dramatischer Einbruch ist

seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges einzigartig und hinterlässt

aktuell tiefe Spuren in den meisten Volkswirtschaften der Welt.

Da die Exporte stärker von der COVID-19-Pandemie als die Importe

betroffen sind, wird der Beitrag der Nettoexporte zum

gesamtwirtschaftlichen Wachstum somit im Jahr 2020 mit einem Minus

von 1,3 Prozentpunkten relativ deutlich negativ ausfallen. Im Jahr

2019 war der Beitrag der Nettoexporte zum BIP-Wachstum mit +0,4

Prozentpunkten noch leicht positiv. Die Außenhandelsbeziehungen

Österreichs tragen somit zum Teil zur gesamtwirtschaftlichen

Rezession in Höhe von prognostizierten 6,8% bei.

Die COVID-19-Pandemie trifft den österreichischen

Dienstleistungsaußenhandel in einem noch stärkeren Ausmaß als den

Warenhandel. Das nach wie vor große Ausmaß an COVID-19 bedingter

Unsicherheit im Wirtschaftssystem dämpft zusätzlich die Nachfrage

nach Investitionsgütern, Maschinen und Kraftfahrzeugen. Diese

Bereiche sind für die österreichische Außenwirtschaftsentwicklung auf

der gesamtwirtschaftlichen Ebene maßgeblich und somit wird eine

nachhaltige Erholung erst durch das Verschwinden dieser Unsicherheit

erfolgen können.

Neben den aktuellen internationalen Rahmenbedingungen und der

kurzfristigen Prognose des Außenhandels beschäftigt sich das FIW in

diesem Gutachten in einem eigenen Kapitel auch mit der Frage,

inwieweit die COVID-19-Pandemie und die daraus folgenden

Verhaltensänderungen auf Konsumenten- und Unternehmensseite

(freiwilliger oder erzwungener Natur, etwa durch Einschränkungen der

Reisefreiheit) nachhaltige strukturelle Auswirkungen auf den globalen

und europäischen Außenhandel nach sich ziehen werden. Die

FIW-Autorinnen und Autoren greifen dabei die globalen

Wertschöpfungsketten als jenen Faktor auf, bei dem mit Veränderungen

zu rechnen ist und besprechen die möglichen mittelfristigen

Verschiebungen in der Wirtschaftsstruktur durch den COVID-19-Schock.

Das FIW-Jahresgutachten steht Ihnen [hier zum Download]

(https://www.ots.at/redirect/fiw1) zur Verfügung.

Die Datenanhänge finden Sie [hier]

(https://www.ots.at/redirect/fiw2).

Herausgeber ist das Kompetenzzentrum "Forschungsschwerpunkt

Internationale Wirtschaft" (FIW).

Das FIW bietet eine Forschungsplattform, Informationen zu

außenwirtschaftsrelevanten Themen sowie den Zugang zu

volkswirtschaftlichen Datenbanken. Das Kompetenzzentrum FIW ist ein

Kooperationsprojekt der Wirtschaftsuniversität Wien mit der

Universität Wien, der Johannes Kepler Universität Linz, der

Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, des Österreichischen

Institutes für Wirtschaftsforschung (WIFO), des Wiener Instituts für

Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) und des Wirtschafts- und

Sozialwissenschaftlichen Rechenzentrums (WSR). Es wird aus Mitteln

des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung

(BMBWF) sowie des Bundesministeriums für Digitalisierung und

Wirtschaftsstandort (BMDW) finanziert.

Für die Inhalte sind die Autorinnen und Autoren verantwortlich.

Rückfragehinweis:

Univ.-Prof. MMag. Dr. Harald Oberhofer, Tel. +43 1 798 26 01-468, harald.oberhofer@wifo.ac.at

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