Mehr als die Hälfte betreffen Anlagebetrug, insbesondere mit

Krypto-Assets

Wien (APA-ots) - Whistleblower, also meist anonyme Hinweisgeber, die

Missstände bei beaufsichtigten Unternehmen, dubiose Anbieter oder

Marktpraktiken melden, haben sich zu einer wichtigen

Informationsquelle für die Finanzmarktaufsicht (FMA) entwickelt. So

wurden im Jahr 2020 bereits 278 Hinweise über die

Whistleblower-Plattform auf der Website der FMA eingebracht, ein

neuer Rekordwert seit Einführung des Systems im Jahr 2014, und eine

Steigerung um 57% allein in den vergangenen fünf Jahren. Dabei

erweisen sich in etwa neun von zehn Hinweisen als aufsichtsrelevant.

Von den 245 Hinweisen, die tatsächlich den Zuständigkeitsbereich der

FMA betrafen, bezog sich rund die Hälfte auf Anlagebetrug (120) sowie

auf Unerlaubten Geschäftsbetrieb (9), also das Erbringen

konzessionspflichtiger Finanzdienstleistungen ohne die dazu

erforderliche Berechtigung. Fast ein Drittel (77 Hinweise) äußerten

den Verdacht auf Verfehlungen bei Banken, lediglich vier betrafen

Versicherungsunternehmen und Pensionskassen. 19 betrafen das

Wertpapiergeschäft, 15 den Verdacht auf Geldwäscherei.

Starkes Vertrauen in das Hinweisgebesystem der FMA

"Unsere webbasierte Whistleblower-Plattform garantiert den

Hinweisgebern technisch absolute Anonymität. Die Informationen werden

kryptographisch verschlüsselt, so ist es weder für uns noch für

Strafverfolgungsbehörden möglich, den Informanten technisch zu

identifizieren," so der Vorstand der FMA, Helmut Ettl und Eduard

Müller: "Das schafft Vertrauen und Sicherheit, und ist einer der

wesentlichen Gründe, warum dieser Informationskanal immer mehr

Zuspruch erfährt." Gleichzeitig ermögliche ein anonymisiertes, ebenso

abgesichertes Postfach die Kommunikation zwischen der Behörde und dem

Hinweisgeber, wenn dieser das ermöglicht. "Unsere

Whistleblower-Plattform ist so ein wichtiges - oft auch präventiv

wirkendes - Instrument im Kampf gegen Anlagebetrug sowie unseriöse

Marktpraktiken. Missstände können oft früh erkannt werden, und

Schaden dadurch begrenzt oder gänzlich verhindert werden. Es leistet

einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Konsumenten, Anleger und

Gläubiger," so Ettl und Müller.

Zwei Drittel der Hinweise auf Anlagebetrug betreffen heute bereits

Angebote im Zusammenhang mit Krypto-Assets und sogenannten virtuellen

Währungen, wobei der Vertrieb über dubiose oder kriminelle

Online-Trading-Plattformen im Internet erfolgt, geworben wird oft

über Social Media wie Facebook, WhatsApp, TikTok oder Telegram. Neben

dem Vertrieb betrügerischer Krypto-Assets nimmt der kriminelle Handel

mit virtuellen Währungen weiter zu. Auf den dubiosen

Trading-Plattformen werden insbesondere finanzielle

Differenzgeschäfte (CFDs), Fremdwährungshandel (FOREX) oder binäre

Optionen angeboten sowie angeblich automatisierter Handel mit

derartigen vermeintlichen Anlageprodukten. Achtung: das Angebot

binärer Optionen an Kleinanleger ist in der EU verboten, das von CFDs

regulatorisch stark eingeschränkt. Ein Drittel der Hinweise auf

Anlagebetrug betraf betrügerische Angebote mit traditionellen

Anlageprodukten wie Aktien oder Gold sowie verschiedene Formen von

Vorschussbetrug.

Whistleblower-Hinweise haben 2020 zu sieben Investorenwarnungen,

42 Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft sowie einer Vielzahl

behördlicher Verfahren der FMA sowie Straferkenntnissen geführt.

Rückfragehinweis:

Finanzmarktaufsicht

Klaus Grubelnik (FMA-Mediensprecher)

+43/(0)1/24959-6006 oder +43/(0)676/882 49 516

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/694/aom

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