APA ots news: Warnung: Professionelle Geldwäscher versuchen Jobsuchende als Finanzagenten anzuwerben und zur Geldwäscherei zu missbrauchen

Wien (APA-ots) - Das Bundeskriminalamt und die Finanzmarktaufsicht warnen

vor einer neuen Form der Geldwäscherei: Professionelle Geldwäscher

werben verstärkt Jobsuchende unter Vorspiegelung falscher Tatsachen

als Finanzagenten an, um über deren Bankkonto Gelder aus krimineller

Herkunft zu transferieren und so zu waschen. Damit macht sich auch

der angeworbene Finanzagent strafbar, es drohen hohe Freiheits- oder

Geldstrafen.

Seit einigen Monaten versuchen professionelle Geldwäscher ihr

Finanzagenten-Netzwerk zu vergrößern, indem sie im Internet und meist

mittels Spam-Emails Personen mit dem Versprechen guter

Verdienstmöglichkeiten anwerben. Die Täter locken Personen auf der

Suche nach lukrativen Jobs oder Nebenbeschäftigungen mit falschen

Arbeitsverträgen als Finanzagenten. Sie versprechen eine gute

Entlohnung sowie die Entrichtung der Sozialabgaben und der

anfallenden Steuern durch den "Arbeitgeber". Der Finanzagent muss als

"Junior-Trader" in Krypto-Currencies auf seinem Konto eingelangte

Gelder abzüglich ihrer Provision (ca. 5 %) in verschiedene

Kryptowährungen, meist Bitcoins, wechseln oder sie direkt

weitertransferieren. Solche Finanzagenten werden im

Geldwäscher-Jargon auch "money mule", also Geldtransportesel,

genannt. Die Erklärungsversuche der Täter über die Herkunft dieser

Gelder variieren und werden laufend an aktuelle Geschehnisse

angepasst.

In Wirklichkeit stammen die zu transferierenden Beträge aus

Straftaten (Drogenhandel, Betrug, Steuervergehen, etc.). Das

Weiterüberweisen von Geldern unbekannter Herkunft hat mit seriösem

Trading nichts zu tun. Personen, die auf derartige Arbeitsangebote

eingehen und Gelder weiterüberweisen oder in andere Währungen

umtauschen, sind als "Finanzagenten" strafbar! Zudem verwenden die

Täter die vom Finanzagenten mitgesendeten Legitimationsdokumente

(Personalausweis, Meldezettel, Reisepass, etc.), ohne deren Wissen

oder explizite Einverständniserklärung, für die Eröffnung weiterer

krimineller Konten, welche der weiteren Geldwäsche dienen.

Analysen der Geldwäschemeldestelle zeigen, dass die Anwerbung von

Finanzagenten aufgrund der Coronapandemie stark zugenommen hat.

Überdies gehen die Tätergruppen immer professioneller vor und

übermitteln täuschend echt aussehende Arbeitsverträge.

Aufgrund der starken Zunahme dieses Phänomens rufen das

Bundeskriminalamt und die Finanzmarktaufsicht dazu auf, nicht auf

derartige Angebote einzugehen! Finanzagenten machen sich durch ihre

Tätigkeit strafbar: Sie können wegen Geldwäscherei mit bis zu 10

Jahren Freiheitsstrafe oder wegen finanzmarktrechtlicher

Verwaltungsübertretung mit bis zu 60 000 Euro bestraft werden!

Dont be a (money) mule!

Werden Sie kein Finanzagent!

#dontbeamule

Rückfragehinweis:

Finanzmarktaufsicht

Klaus Grubelnik (FMA-Mediensprecher)

+43/(0)1/24959-6006 oder +43/(0)676/882 49 516

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/694/aom

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OTS0017 2020-12-06/10:00