Am Mittwochabend wird Apple (WKN: 865985 / ISIN: US0378331005) seine neuesten Quartalszahlen vorlegen. Wie so häufig in den vergangenen Jahren wird die Zahlenvorlage des Konzerns mit dem Apfel im Logo ein Highlight der Berichtssaison darstellen. Doch in diesem Jahr wird es noch brisanter.

Es wird spannend

Dafür sorgt der Umstand, dass am gleichen Abend mit Facebook (WKN: A1JWVX / ISIN: US30303M1027) ein weiterer US-Technologieriese seine neuesten Quartalszahlen vorlegen wird.

An sich nichts ungewöhnliches. Schließlich kommt dies angesichts der Vielzahl von Zahlenvorlagen im Zuge einer Berichtssaison häufig vor. Allerdings scheinen sich Apple und Facebook immer mehr zu Rivalen zu entwickeln.

Dabei geht es unter anderem um die Frage, welches Unternehmen besser für mehr Datenschutz einsteht. Zudem könnte es passieren, dass beide Unternehmen in den jeweiligen Geschäftsfeldern des anderen wildern und sich eine zunehmende Konkurrenzsituation entwickelt.

Apple macht ernst

Seit einiger Zeit versucht sich Apple als eine Art Beschützer der Daten seiner Nutzer zu etablieren. Dies ist ganz besonders einem Unternehmen wie Facebook, das mithilfe von Unmengen von Daten seiner User, versucht, gezielte Werbebanner zu schalten. Das neueste iOS-Update könnte den Konflikt verschärfen.

Die Version 14.5 des Betriebssystems iOS soll Nutzern von Geräten mehr Kontrolle und mehr Transparenz im Umgang mit Apps ermöglichen. Vor allem sollen Nutzer von iPhones, iPads oder Apple TVs in die Lage versetzt werden zu entscheiden, ob eine App ihr Verhalten bei anderen Diensten und auf anderen Internetseiten zu Werbezwecken verfolgen darf.

Apple ist mehr als nur das iPhone – der Konzern setzt auch weltweit Standards im Bereich Datenschutz. (Bildquelle: Pressefoto Apple)

Wer als Nutzer eines Apple-Geräts dem sogenannten übergreifenden Tracking nicht zustimmt entzieht sich damit der personalisierten Werbung. Dies wäre ein großer Schlag für Facebook, aber auch Medienunternehmen, die von der Online-Werbung leben.

Wer hat die moralische Überlegenheit?

Bei Apple heißt es zu diesem Thema: „Privatsphäre ist ein Grundrecht. Und Datenschutz zählt bei Apple zu den Kernwerten. Deine Geräte sind in so vielen Lebensbereichen wichtig für dich. Welche deiner Erlebnisse du teilst und mit wem, solltest du ganz allein entscheiden können. Wir entwickeln Apple Produkte so, dass deine Privatsphäre geschützt bleibt und du die Kontrolle über deine Daten behältst. Das ist nicht immer einfach. Aber es ist die Art von Innovation, an die wir glauben.“

Bei Facebook sieht man dies natürlich ganz anders. Der Social-Media-Riese führt medienwirksam kleine und mittlere Unternehmen ins Feld. Demnach würde die neue Richtlinie von Apple für iOS 14 negative Auswirkungen für viele Kleinunternehmen, die bereits ums Überleben kämpfen und mehr denn je auf das freie Internet angewiesen sind – wie wir alle, haben. Dies teilte Facebook bereits Ende 2020 mit.

Statt um Datenschutz ginge es Apple laut Facebook mit AppTrackingTransparency (ATT) nur um Profit, nicht aber um Datenschutz. Damit Unternehmen weiterhin Einnahmen generieren könnten, seien sie gezwungen, sich auf Abonnements und andere In-App-Zahlungen einzulassen. Dadurch würde Apple profitieren, Unternehmen müssten jedoch für viele kostenlose Dienste Gebühren erheben, damit diese nicht vom Markt genommen werden müssten. Der Konflikt geht jedoch weiter.

Konflikt wird größer

Bloomberg hatte von bald anstehenden großen Veränderungen für Apples Software berichtet. Insbesondere sollen Veränderungen bei iMessage angedacht sein. Es sollen neue Social-Media-Features hinzukommen, die den Instant-Messaging-Dienst von Apple immer mehr zu einem Konkurrenten für Facebooks WhatsApp machen sollen.

Dieser Schritt kommt jedoch nicht überraschend. Zumindest für Facebook-CEO Mark Zuckerberg nicht. Im Bericht zum vierten Quartal 2020 hieß es bereits, dass Facebook negative Einflüsse von Veränderungen bei den Datenschutzeinstellungen verschiedener Plattformen erwarten würde, insbesondere ab iOS 14. Mit Blick auf den Datenschutz und iMessage sagte Mark Zuckerberg gleich zu Beginn der Telefonkonferenz zu den Zahlen, dass Facebook Apple zunehmend als einen seiner größten Konkurrenten ansehen würde.

Mark Zuckerberg muss inzwischen immer stärker um den Datenschatz seiner Nutzer kämpfen (Bildquelle: Pressefoto Facebook)

Plattform-Unternehmen haben die Macht

Trotz des aktuellen Streits und einiger Unterschiede haben Apple und Facebook auch vieles gemeinsam. Sie gehören zu den Plattform-Unternehmen. Auch deshalb sind sie in ihren jeweiligen Märkten so erfolgreich und der Konkurrenz meilenweit voraus.

Wer als Anleger gleich von der Entwicklung einer Vielzahl von Plattform-Unternehmen profitieren möchte, sollte einen Blick auf das Vontobel Open-End Partizipationszertifikat auf den Solactive Smart Platform Economy Index (WKN: VQ11SP / ISIN: DE000VQ11SP4) werfen.

Auch die Google-Muttergesellschaft Alphabet (WKN: A14Y6H / ISIN: US02079K1079) oder Amazon (WKN: 906866 / ISIN: US0231351067) gehören zu diesem auserlesenen Kreis von Plattform-Unternehmen.

Bildquelle: Pressefoto Apple

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