BERLIN (dpa-AFX) - Die Arbeitgeber haben die Bundesregierung in der Debatte um ein Konjunkturprogramm aufgefordert, zunächst einen schnell wirksamen "Überbrückungshilfefonds" für Firmen aufzulegen. "Die am stärksten betroffenen Unternehmen benötigen jetzt besonders schnelle Hilfe", heißt es in einem Brief von Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, an Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). Das Schreiben lag der Deutschen Presse-Agentur vor.

"Wird abgewartet, bis die anderen Elemente des Konjunkturprogramms stehen, kann es für die am schwersten gebeutelten Unternehmen vielleicht schon zu spät sein, so Kampeter in dem Schreiben. "Ziel muss es sein, dass die Hilfsmittel im Juni 2020 ausgezahlt werden."

Kampeter machte wie Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) deutlich, es dürfe nun nicht zu viel Zeit vergehen, bis die Maßnahmen eines Konjunkturprogramms wirkten. "Ein Überbrückungshilfefonds wäre der erste wichtige Schritt im Rahmen des angedachten Konjunkturprogramms, dessen weitere Ausgestaltung sicherlich noch genauerer Überlegungen angesichts der faktischen Wirtschaftsentwicklung in den nächsten beiden Monaten bedarf."

Die Bundesregierung will Anfang Juni ein Konjunkturprogramm beschließen. Altmaier hatte sich für schnelle weitere Hilfen für Firmen ausgesprochen. "Manchen Unternehmen bleibt schlicht keine Zeit mehr", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Ich habe deshalb Vorschläge vorgelegt, wie sie die nächsten Wochen überbrücken können." Er sei dazu im Gespräch mit Scholz. "Das ist zeitkritisch."

Kampeter schrieb in dem Brief an Scholz, das Konjunkturpaket müsse für langfristige Wachstumspfade sorgen und dürfe keine "branchenspezifischen Strohfeuer" entfachen./hoe/DP/stk