DEN HAAG (dpa-AFX) - Der niederländische Arbeitgeberverband (VNO-NCW) unterstützt nun doch eine gesetzlich festgelegte Frauenquote bei großen Unternehmen. In den Aufsichtsräten der börsennotierten Unternehmen sollen mindestens 30 Prozent Frauen sitzen, heißt es in einer Stellungnahme des Sozial-Ökonomischen-Rates (SER) vom Freitag in Den Haag. Im SER sind Gewerkschaften und Arbeitgeber vertreten, es ist das wichtigste Beratungsorgan der Regierung in sozial-ökonomischen Fragen. Bisher hatte der VNO-NCW eine Frauenquote strikt abgelehnt. Die Regierung hatte den SER zu der Stellungnahme aufgefordert.

"Wir brauchen eine radikale Trendwende", sagte der VNO-NCW-Vorsitzende Hans de Boer im niederländischen Radio. Für die Vorstände soll es aber zunächst keine Pflicht-Quote geben. Die SER-Vorsitzende Mariette Hamer sprach von einem "Durchbruch".

Die Regierung will noch in diesem Herbst eine Entscheidung über die Frauenquote treffen, da eine 2013 eingeführte freiwillige Richtlinie nicht zum Erfolg geführt hatte. Demnach sollten Unternehmen für mindestens 30 Prozent Frauen in ihren Leitungsgremien sorgen. Doch zur Zeit sind bei den großen Unternehmen nur 18 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder und 12 Prozent der Vorstandsmitglieder Frauen./ab/DP/nas