BERLIN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Schon vor den Verhandlungen über den künftigen Branchen-Mindestlohn für Gebäudereiniger zeichnet sich ein schwieriger Konflikt ab. Der Bundesinnungsverband erklärte am Freitag, die Forderung der IG Bauen-Agrar-Umwelt betrachte man weder als sinnvoll noch als realitätsnah. Die Gewerkschaft verlangt, auch nach Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro pro Stunde den bisherigen Lohnabstand einzuhalten. Daraus ergäbe sich ein Branchenmindestlohn von 13,73 Euro, was einer Steigerung um rund 19 Prozent entspräche.

Innungs-Verhandlungsführer Christian Kloevekorn wies auf die Herausforderungen für die Firmen hin: Krieg in Europa, Lieferkettenengpässe, steigende Energiepreise, demografischer Wandel, Unsicherheiten durch die Pandemie. Gleichzeitig seien die Beschäftigten als Folge des russischen Angriffskriegs vor allem von der hohen Inflation betroffen. Man erwarte vor diesem Hintergrund intensive Gespräche.

Von den rund 700 000 Beschäftigten der Handwerksbranche erhielten laut IG BAU rund 500 000 den tariflich vereinbarten Branchenmindestlohn. Ein erster Verhandlungstermin ist für den 23. Mai in Frankfurt angesetzt./ceb/DP/jha