BUENOS AIRES (dpa-AFX) - Argentiniens Präsident Mauricio Macri hat nach der schweren Niederlage bei den Vorwahlen seinen Finanzminister ausgewechselt. Nicolás Dujovne reichte am Samstag seinen Rücktritt ein. Das Amt wird Hernán Lacunza antreten, der bislang Wirtschaftsminister der Provinz Buenos Aires war. "Ich habe Vertrauen, dass er die geeignete Person für diese neue Etappe ist", schrieb Macri auf Twitter.

Bei den allgemeinen Vorwahlen vor einer Woche hatte Macri eine herbe Niederlage hinnehmen müssen. Der Oppositionskandidat Alberto Fernández, mit der Ex-Präsidentin Cristina Kirchner als Vizekandidatin, erhielt 47,6 Prozent der Stimmen. Macri kam lediglich auf 32 Prozent. Die Vorwahlen gelten als wichtiger Stimmungstest für die Präsidentenwahl im Oktober.

Der ausgeschiedene Minister Dujovne hatte 2018 Finanzhilfen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 56 Milliarden US-Dollar ausgehandelt, die mit hohen Sparauflagen im Staatshaushalt verbunden waren. Die hohe Inflation und die anhaltende Rezession ließen viele Wähler bei den Vorwahlen gegen Macri stimmen.

Nach den Vorwahlen waren die Aktienmärkte und der Peso eingebrochen. Die Regierung versprach daraufhin am Mittwoch Steuerkürzungen für Arbeiter und Angestellte, eine Streckung der Abgaben für kleine und mittelständische Unternehmen, Boni für Beschäftigte im öffentlichen Dienst und eine Anhebung des Mindestlohns. Zudem wurde der Benzinpreis für 90 Tage eingefroren. Nach Medienberichten war Dujovne mit diesen Maßnahmen nicht einverstanden./jg/DP/he