Während die Europäische Arzneimittelbehörde am Mittwoch nach weiteren Studien empfiehlt, den Impfstoff von AstraZeneca weiter zu verwenden, schränkt die britische Impfkommission die Nutzung stark ein. Die Aktie notiert indes etwas tiefer. 

EMA gibt weiterhin grünes Licht für den Impfstoff

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) gibt AstraZeneca weiterhin das Go für die Corona-Impfstoff-Produktion. Obwohl in seltenen Fällen nach der Impfung Hirnthrombosen aufgetreten sind, ist die EMA noch immer für eine uneingeschränkte Verwendung: „Der Nutzen des Wirkstoffes bei der Bekämpfung von Covid-19 ist deutlich höher zu bewerten als die Risiken“, so die EMA-Chefin Emer Cooke am Mittwoch in Amsterdam. 

Ein Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und den Thrombose-Fällen konnte mittlerweile bei einer sehr geringen Anzahl von Blutplättchen festgestellt werden. Allerdings würde dies äußerst selten auftreten. Dazu wurden bereits in der Vergangenheit Untersuchungen durchgeführt und auch aktuell wird darüber geforscht. 

Herausgefunden wurde bisher, dass die meisten Fälle circa zwei Wochen nach der Impfung vorkamen und dass Alter und Geschlecht keine besonderen Risikofaktoren darstellen. Derzeit untersucht die EMA basierend auf eigenen Informationen mehr als 60 Berichte über Hirnthrombosen, worunter einige tödlich verliefen.  Der Pharmakonzern hat wiederholt betont, dass die Studien kein erhöhtes Thromboserisiko aufgezeigt hätt

Es ist aktuell noch nicht klar, welche Konsequenzen die EMA-Entscheidung nun für den Impfstoff haben wird. Denn mehrere EU-Länder, darunter auch Deutschland, haben zuvor die Verwendung des AstraZeneca-Impfstoffs schon auf Personen über 60 Jahre beschränkt. In Deutschland gibt es derzeit 31 Verdachtsfälle der, durch den Impfstoff ausgelösten, Thrombose.

Die portugiesische EU-Ratspräsidentschaft gab auf Twitter bekannt, hofften die EU-Gesundheitsminister, die Ergebnisse der EMA in einer informellen Videokonferenz am Abend zu erörtern.

AstraZeneca in Großbritannien nur noch für Ü30-Jährige

Die britische Medikamentenaufsicht (MHRA) hingegen hat ihre Impfempfehlung aufgrund von  ungewöhnlich häufig auftretenden, gefährlichen Blutgerinnseln geändert. Wie das Komitee am Mittwoch mitgeteilt hat, wird das Präparat künftig nur noch bei Erwachsenen über 30 Jahren angewendet. 

Andere Länder wie Dänemark und Norwegen verbieten die Verwendung des Vakzins bereits  vollständig. Auch die Behörden der spanischen Region Kastilien und León haben die Impfung von AstraZeneca ausgesetzt, um die nun veröffentlichen EMA-Ergebnisse abzuwarten. Ob die Impfungen dort mit dem AstraZeneca-Vakzin bald wieder aufgenommen werden, bleibt abzuwarten 

AstraZeneca-Aktie 

AstraZeneca-Papiere verlieren in London aktuell 0,60 Prozent auf 71,29 britische Pfund. Im Handel von Lang & Schwarz notiert die Aktie mit einem Minus von 0,97 Prozent bei  82,19 Euro.