Dividenden sind der neue Zins – schon häufiger habe ich darauf hingewiesen, dass ich kein Freund dieses Spruchs bin. Denn auch Dividendenaktien bleiben immer noch Aktien, mit all den vielen Vorteilen, aber auch Nachteilen, die diese mit sich bringen können.

Dennoch existieren prinzipiell Aktien, deren Dividenden so in Stein gemeißelt zu sein scheinen, dass sie sich durchaus als langfristiger (!) Zinsersatz eignen können. Werfen wir in diesem Sinne heute einen Foolishen Blick auf die Aktien von Fresenius (WKN: 578560), AT&T (WKN: A0HL9Z) und Roche (WKN: 891106), die zu diesem Kreis gehören könnten.

1) Fresenius

Eine erste Aktie, deren Dividende als langfristiger Zinsersatz herhalten könnte, dürfte definitiv Fresenius sein. Hierbei handelt es sich schließlich um Deutschlands einzigen waschechten Dividendenaristokraten, der in diesem Jahr voraussichtlich seine Dividende zum 26. Mal in Folge steigern wird. Eine spannende und konstante Dividendenhistorie, definitiv!

Nichtsdestoweniger müssen alle Einkommensinvestoren hier einige Abstriche machen, was die aktuelle Dividendenrendite anbelangt. Für das vergangene Geschäftsjahr sollen nämlich 0,80 Euro je Anteilsschein ausgeschüttet werden, was bei einem derzeitigen Kursniveau von 51,34 Euro lediglich einer Dividendenrendite in Höhe von 1,55 % entspricht.

Nichtsdestoweniger stimmt bei Fresenius definitiv das Dividendenwachstum. So stieg allein in den vergangenen Jahren die Ausschüttung von 0,23 Euro auf das aktuelle Niveau. Die Dividende von Fresenius hat sich somit in diesem Zeitraum mehr als verdreifacht.

2) Roche

Eine weitere, potenziell Zinsen ersetzende Dividendenaktie könnte zudem Roche sein. Auch der Pharmakonzern erhöht inzwischen seit 32 Jahren konsequent Jahr für Jahr die Dividende – und ist somit ebenfalls seit inzwischen sieben Jahren ein Mitglied im Club der Dividendenaristokraten.

Zudem winkt bei Roche eine im Vergleich zu Fresenius durchaus höhere Dividendenrendite. Für das vergangene Geschäftsjahr 2018 werden die Schweizer voraussichtlich eine Dividende in Höhe von 8,70 Schweizer Franken ausschütten. Das entspricht bei einem momentanen Kursniveau von 275,55 Schweizer Franken einer interessanten Dividendenrendite von 3,15 %.

Auch Roche konnte in den vergangenen Jahren definitiv ein moderates Dividendenwachstum vorweisen. So stieg hier die Ausschüttung in den vergangenen zehn Jahren von 5,00 Schweizer Franken auf das aktuelle Niveau. Prinzipiell könnte es sich daher um einen interessanten Mix aus ansprechender Dividendenrendite sowie moderatem Dividendenwachstum handeln.

3) AT&T

Wer hingegen noch etwas mehr möchte als bei Roche, könnte bei AT&T an der richtigen Adresse sein. Der US-amerikanische Telekommunikationskonzern zahlt gegenwärtig quartalsweise eine Dividende in Höhe von 0,51 US-Dollar an seine Anteilseigner aus. Das entspricht bei einem momentanen Kursniveau von 31,63 US-Dollar einer hohen Dividendenrendite von sage und schreibe 6,44 % pro Jahr.

Zudem gehört auch AT&T seit einigen Jahren zum Kreis der Dividendenaristokraten. Bereits seit 36 Jahren in Folge hat AT&T in diesem Jahr seine Dividende angehoben, was im Umkehrschluss bedeutet, dass sich die Aktie des Telekommunikationsriesen bereits seit elf Jahren als adelig bezeichnen darf.

In den vergangenen Jahren hat AT&T zwar die eigene Ausschüttung um lediglich einen Cent pro Quartal angehoben, was unterm Strich eher dem Mindestprogramm eines Dividendenaristokraten entsprechen dürfte. Nichtsdestoweniger sind die aktuelle Dividendenrendite sowie die bisherige Konstanz möglicherweise attraktiv genug, um über dieses kleinere Manko hinwegzutäuschen.

Dividendenaristokraten können vielleicht Zinsen ersetzen

Wie wir daher unterm Strich sehen können, handelt es sich bei allen drei hier vorgestellten Aktien letztlich um Dividendenaristokraten, die aufgrund ihrer stabilen und verlässlichen Dividendenhistorie prinzipiell als möglicher langfristiger Zinsersatz herangezogen werden könnten. Wobei eine Dividendenhistorie natürlich keine Garantie für weitere Dividendenzahlungen ist.

Sei daher trotz der definitiv attraktiven Dividendenhistorien auf der Hut und überlege, ob du auch den weiteren Aussichten der Unternehmen traust sowie grundsätzlich langfristig investieren möchtest. Denn, wie gesagt, auch wenn Dividenden Zinsen gewissermaßen ersetzen können, unterscheiden sich die beiden Kapitalrückführungen dennoch nicht unerheblich voneinander.

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Vincent besitzt Aktien von AT&T und Fresenius. The Motley Fool empfiehlt Fresenius.

Motley Fool Deutschland 2019

Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst