WIEN/SCHWECHAT (dpa-AFX) - Die AUA (Austrian Airlines) ist wie viele andere Airlines als Folge der Corona-Pandemie gezwungen, mit ihren Flugzeugen am Boden zu bleiben, und sie braucht Staatshilfe. Die Verhandlungen darüber laufen. Dem "Standard" (Mittwochabend, online) zufolge werden auch Insolvenzszenarien durchgespielt.

"Wir brauchen Überbrückungshilfe", wird AUA-Sprecher Peter Thier zitiert. Nach Informationen der Zeitung braucht die Airline allein rund 750 Millionen Euro, um bis zum Herbst durchzukommen. Im ORF war von 800 Millionen Euro die Rede. In Politkreisen wurden dem Vernehmen nach auch höhere Summen genannt.

Die österreichische Lufthansa-Tochter spricht mit dem Bund über staatlich garantierte Kredite ebenso wie über Zuschüsse. Die rund 7.000 Mitarbeiter sind vorerst bis 20. April in Kurzarbeit, in der Woche davor will der Vorstand über einen Kurzarbeits-Verlängerungsantrag entscheiden, dann aber schon wissen, wie und mit welchen Summen die Republik unter die Arme greift. Der Gedanke an eine Verstaatlichung gefällt den Beteiligten nicht.

Parallel zu den Verhandlungen um Staatshilfe beschäftigen sich die Gremien der AUA auch mit allen rechtlich möglichen Insolvenzszenarien und auch die Belegschaftsvertreter lassen die Unternehmenskennzahlen in diese Richtung abklopfen, heißt es in der Zeitung weiter. Zwar habe das Justizministerium in einem Covid-Gesetz festgeschrieben, dass Insolvenzanträge wegen Überschuldung bis Ende Juni nicht gestellt werden müssen, sofern das Unternehmen zahlungsfähig ist. Für die Zeit danach brauche es dann aber eine positive Fortbestehensprognose. Der Insolvenzgrund Zahlungsunfähigkeit sei nach wie vor aufrecht.

AUA-Sprecher Thier bestätigt, dass auch über das Thema Insolvenz beratschlagt wird: "Wir müssen uns natürlich auch mit schlimmen Szenarien auseinandersetzen, allein wegen der rechtlichen Sorgfaltspflichten", sagte er dem Blatt. "Unser Ziel ist es aber, die AUA wieder flugfähig zu machen."/rf/stf/APA/fba