SCHORTENS (dpa-AFX) - Nachdem eine Mitarbeiterin des Impfzentrums in Friesland eingeräumt hat, Spritzen statt mit Biontech -Impfstoff nur mit Kochsalzlösungen gefüllt zu haben, läuft nun die Aufarbeitung des Falles. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landkreises seien seit Sonntag dabei, die 200 möglichen Betroffenen telefonisch über den Vorfall zu informieren, sagte eine Kreissprecherin am Montag in Jever. Sie würden am 5. Mai zu einem Antikörpertest gebeten, bei dem geprüft werde, wer keinen Impfstoff erhielt und bei wem die Impfung deshalb am 12. Mai nachgeholt werden muss. Sechs der 200 Personen, die sich am vergangenen Mittwoch impfen ließen, sollen statt des Impfstoffes nur eine Kochsalzlösung bekommen haben.

Am Sonntag war bekannt geworden, dass die Impfzentrums-Mitarbeiterin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Schortens eingeräumt hatte, sechs Spritzen statt mit Impfstoff nur mit Kochsalzlösung gefüllt zu haben. Nach Behördenangaben war ihr beim Anmischen des Vakzins ein Fläschchen mit Biontech heruntergefallen, was sie vertuschen wollte. Für die sechs Betroffenen besteht nach Behördenangaben keine Gesundheitsgefährdung. Die Kochsalzlösung dient zum Verdünnen des eigentlichen Impfstoffes und ist als Substanz unschädlich.

Seit Bekanntwerden des Falles hätten sich bis Montagmittag etwa 60 Betroffene über eine eingerichtete Rufnummer des Landkreises beim Krisenstab gemeldet, sagte die Kreissprecherin. Die Personen seien in Sorge, aber auch dankbar, dass ihre Impfungen nun zeitnah überprüft würden.

Unterdessen gehen auch die Ermittlungen der Polizei weiter. Es gehe weiterhin um ein mögliches Körperverletzungsdelikt, sagte eine Polizeisprecherin in Wilhelmshaven. Erste Vernehmungen seien am Wochenende geführt worden. Deren Auswertung dauere an - welche weiteren Ermittlungsschritte, etwa weitere Vernehmungen, nun eingeleitet werden, solle in Absprache mit der Staatsanwaltschaft abgestimmt werden. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg prüfe auch die strafrechtliche Relevanz des Falles./len/DP/jha