Im September ist es soweit: Dann wird der DAX auf 40 Werte erweitert. Anleger könnten von eventuellen Kursgewinnen der potenziellen Neulinge profitieren.

Im September wird der DAX von 30 auf 40 Unternehmen aufgestockt – dies ist die größte Reform des deutschen Leitindex seit seiner Einführung im Jahr 1988. Das Börsenbarometer, das von der Deutschen Börse berechnet wird, soll modernisiert werden und mehr Titel von zukunftsträchtigen Branchen enthalten. Der DAX wird zudem damit an internationale Standards angepasst. So setzen sich Leitindizes in Frankreich oder Italien bereits aus 40 Werten zusammen.

Außerdem gelten beim DAX nun strengere Aufnahmeregeln. Hauptauslöser dafür war das Wirecard-Desaster. Der Zahlungsdienstleister musste nach dem Betrugsskandal Insolvenz anmelden und flog im vergangenen Jahr aus dem DAX. DAX-Unternehmen müssen bereits seit Dezember 2020 mindestens zwei Jahre hintereinander operative Gewinne vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und sonstigen Finanzierungsaufwendungen (Ebitda) erzielen. Weiterhin sind alle Indexmitglieder seit März 2021 dazu verpflichtet, testierte Geschäftsberichte und Quartalsmitteilungen zu veröffentlichen.

Aufwärtspotenzial für DAX-Kandidaten

Ab September werden die DAX-Mitglieder nur noch nach Marktkapitalisierung und nicht mehr wie bislang nach Börsenumsatz bestimmt. Ein möglicher Aufstieg in einen höheren Index birgt für den Aktienkurs eines Unternehmens Aufwärtspotenzial. Ein Grund dafür: Indexfonds, die den DAX abbilden, müssen ihr Portfolio bei Änderungen des Barometers anpassen und die entsprechenden Aktien des Index kaufen. In der Vergangenheit legten die Kurse künftiger Aufsteiger oft überdurchschnittlich zu.

Waren die Neulinge jedoch im DAX angekommen, gab es häufig keine Outperformance mehr. Deshalb liegt es für Anleger nahe, frühzeitig einzusteigen, bevor die neuen DAX-Mitglieder Ende August veröffentlicht werden. Derzeit werden verschiedene Werte als mögliche DAX-Aufsteiger gehandelt. Eine gute Indikation bietet die von der Deutschen Börse veröffentlichte Rangliste der DAX-Mitglieder gemäß ihrer Free-Float-Marktkapitalisierung (Streubesitz). Zu den neuen DAX-Kandidaten zählen unter anderem die derzeitigen MDAX-Mitglieder Airbus, Symrise und Zalando.

Airbus mit hohem Börsenwert

Airbus liegt bei einem Streubesitz-Börsenwert von mehr als 57 Milliarden Euro auf dem siebten Platz der DAX-Rangliste und somit vor den meisten derzeitigen DAX-Mitgliedern. Trotz der Krise startete der Luftfahrt- und Rüstungskonzern mit schwarzen Zahlen ins erste Quartal 2021. Unterm Strich stand ein Gewinn von 362 Millionen Euro – nach einem Verlust von 481 Millionen Euro ein Jahr zuvor. „Die guten Ergebnisse reflektieren insbesondere unsere Auslieferungszahlen im Verkehrsflugzeug-Geschäft, unsere Kosten- und Cash-Kontrolle, die Fortschritte in unserem Restrukturierungsprogramm sowie den positiven Beitrag von Helicopters und Defence and Space“, erklärte CEO Guillaume Faury. Zwar sei die Krise noch nicht zu Ende, jedoch erwarte er in der zweiten Jahreshälfte eine verbesserte Lage.

Symrise steigert Umsatz

Auch Symrise ist gut in das Jahr 2021 gestartet. Der Umsatz stieg in den ersten drei Monaten im Jahresvergleich um 3,5 Prozent auf knapp 950 Millionen Euro. Gründe dafür waren die guten Geschäfte mit Haustiernahrung und Produkte für Hygiene und das Kochen daheim. „Das Bestellverhalten unserer Kunden war weiterhin von der weltweiten Corona-Pandemie geprägt“, so Symrise-Chef Heinz Jürgen Bertram. Im Auftaktquartal habe man zudem alle Bestellungen abgearbeitet, die wegen des kriminellen Cyberangriffs im Dezember noch offen waren. Die IT-Systeme wurden wieder vollständig hergestellt und in Betrieb genommen. Das niedersächsische Unternehmen dürfte insbesondere durch einen anhaltenden Trend bei Hygiene- und Haustier-Produkten in den kommenden Monaten weiterhin Auftrieb erfahren.

Zalando profitiert von der Pandemie

Die Pandemie beflügelt auch die Geschäfte des Online-Versandhändlers Zalando. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist der Umsatz des ersten Quartals auf Basis vorläufiger Zahlen um 46 bis 48 Prozent auf 2,22 bis 2,26 Milliarden Euro gestiegen. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll im Berichtszeitraum bei 80 bis 100 Millionen Euro liegen, nachdem Zalando hier ein Jahr zuvor einen Verlust von fast 99 Millionen verbucht hatte. Die Ergebnisse haben die Prognosen der Analysten weit übertroffen. Auch bei Zalando dürfte die positive Entwicklung in den kommenden Monaten anhalten.

Gastautor: Gian Hessami

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