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AUSBLICK 2019/Comeback nach mauem Jahr? Goldanleger hoffen auf Trendwende

10:20 Uhr 15.12.2018

NEW YORK (dpa-AFX) - Am Goldmarkt herrschte 2018 Flaute - doch für das neue Jahr schöpfen die Anhänger des gelben Edelmetalls Hoffnung. Angesichts zahlreicher politischer Risiken rund um den Globus könnte Gold ein Comeback als sicherer Hafen an den Finanzmärkten feiern. Sogar ohne größere Krisenszenarien sehen Experten eine Reihe von Faktoren, die den Goldpreis begünstigen könnten. Seit der im Herbst begonnenen Korrektur an den Börsen stehen die Zeichen auf Erholung.

Für weiteren Preisauftrieb am Goldmarkt könnte eine erneute Eskalation des Zollstreits zwischen den USA und China sorgen. Dort gab es zuletzt zwar eine Annäherung, doch das kann sich rasch ändern. "Nach dem Ablauf der auf dem G20-Gipfel verabredeten 90-tägigen Schonfrist droht im Frühjahr 2019 eine Verschärfung des Handelskonflikts mit noch höheren US-Strafzöllen auf noch mehr chinesische Produkte", meint Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg.

Für die Aktienmärkte ist der Handelsstreit der beiden weltgrößten Volkswirtschaften eine rotes Tuch - jede Verstimmung zwischen Washington und Peking sorgt für Nervosität. Das könnte Gold zugute kommen, denn traditionell ist das Edelmetall bei fallenden Aktien und sinkender Risikobereitschaft als Absicherung gefragt. Hinzu kommen Konjunktursorgen. "Wenn sich das US-Wachstum im nächsten Jahr wie erwartet abschwächt, würde Gold von höherer Nachfrage nach defensiven Anlagen profitieren", heißt es im Ausblick der Bank Goldman Sachs .

Der von US-Präsident Donald Trump angezettelte Zollkonflikt ist zudem nur einer von etlichen potenziellen politischen Krisenherden und beschränkt sich nicht auf die Auseinandersetzung mit China. "Auch eine Ausweitung der US-Strafzölle auf Europa kann im nächsten Jahr nicht ausgeschlossen werden", gibt Commerzbank-Experte Weinberg zu bedenken. Außerdem könne sich der Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU weiter hochschaukeln und für Verunsicherung sorgen, ferner bestehe vorerst weiter die Gefahr eines ungeordneten Brexits.

Der Handelsstreit birgt indes auch Risiken für die Rohstoffmärkte. So könnte ein Abschwung im Zuge einer Eskalation des Konflikts etwa die Goldnachfrage in den riesigen Volkswirtschaften China und Indien weiter abwürgen. Beide Länder stellen zusammen mehr als die Hälfte der weltweiten privaten Konsumentennachfrage nach Goldschmuck, Goldmünzen und -barren. Analyst Weinberg rechnet jedoch damit, dass die Goldnachfrage aus Asien 2019 steigt. Entscheidend seien hierbei vor allem die US-Zinspolitik und ihre Folgen am Devisenmarkt.

Der Gegenwind für Landeswährungen wie Chinas Yuan, Indiens Rupie oder auch die türkische Lira - deren Schwäche die Nachfrage nach Gold zuletzt belastete - dürfte im kommenden Jahr nachlassen, meint Weinberg. Grund sei sinkender Aufwertungsdruck beim US- Dollar. Dieser sollte aufgrund des näherrückenden Endes der Zinserhöhungen in den USA im Jahresverlauf spürbar abbauen, im Umkehrschluss werde der Goldpreis merklich steigen. "Die Goldpreisentwicklung 2019 dürfte wesentlich von der Geldpolitik der Fed bestimmt werden."

Nicht nur wegen der Zinsen sind Zentralbanken wie die Federal Reserve wichtig für den Goldpreis. Wegen ihrer Goldbestände zählen sie neben großen Investmentfonds auch zu den entscheidenden Akteuren am Markt. Nach zwei schwächeren Jahren schlugen Notenbanken - allen voran die Russlands und der Türkei - dem Branchenverband World Gold Council zufolge schon 2018 wieder stärker beim Goldkauf zu. Dieser Trend könnte im neuen Jahr zunehmen, insbesondere wenn die chinesische Zentralbank ihre Zurückhaltung aufgeben und wieder zukaufen sollte.

Selbst wenn es am Goldmarkt wieder bergauf gehen sollte, raten Finanzprofis Privatanlegern aber zur Vorsicht. Aufgrund vergleichsweise starker Kursschwankungen empfehlen Vermögensberater das Edelmetall meist nur als Beimischung im Portfolio. Kritiker betonen außerdem immer wieder, dass Gold nicht nur riskant sein kann, sondern auch keine Zinsen oder anderen regelmäßigen Erträge abwirft./hbr/DP/zb

--- Von Hannes Breustedt, dpa-AFX ---

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