SYDNEY (dpa-AFX) - Die australische Notenbank hat die Anleihekäufe im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise ausgeweitet. Ein bereits bestehendes Kaufprogramm werde durch ein neues Programm mit einem Volumen von 100 Milliarden australischen Dollar (etwa 63 Mrd Euro) ergänzt, teilte die Notenbank am Dienstag in Sydney mit. Der Beschluss sieht vor, dass die zusätzlichen Käufe erst dann starten sollen, wenn das bestehende Kaufprogramm Mitte April ausgelaufen sei.

Während die Anleihekäufe erweitert wurden, ließen die Währungshüter den Leitzins unverändert bei 0,10 Prozent. Analysten hatten diese Entscheidung erwartet. Die Notenbank machte in der Mitteilung außerdem deutlich, dass der Leitzins noch bis 2024 auf dem Rekordtief verharren werde.

Nach Einschätzung der Expertin Antje Praefcke von der Commerzbank zeigen die aktuellen Beschlüsse, dass die Geldpolitik in Australien "so lange expansiv bleiben wird wie es geht". Mit den Entscheidungen hätten die Notenbanker versucht, eine mögliche Diskussion über eine Eingrenzung der Anleihekäufe zeitlich nach hinten zu verschieben.

Zuletzt hatte die australische Wirtschaft von der vergleichsweise schnellen konjunkturellen Erholung in Asien profitiert. Expertin Praefcke verwies aber auf einen politischen Streit, der derzeit zwischen Australien und China über den Ursprung der Corona-Pandemie schwelt, und der zu einer teilweisen Importblockade von australischen Rohstoffen nach China geführt habe. China ist ein wichtiger Handelspartner für Australien und eine Importblockade belastet die Wirtschaft des Landes./jkr/jsl/jha/