BERLIN (dpa-AFX) - Die Autoindustrie rechnet infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine mit weiteren Beeinträchtigungen bei der Produktion von Fahrzeugen in Deutschland. Wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Mittwoch mitteilte, könne der Umfang aktuell noch nicht beziffert werden. Mehrere deutsche Autohersteller hatten bereits von Produktionsunterbrechungen berichtet.

"Die Hersteller und Zulieferer arbeiten mit Hochdruck daran, die Ausfälle und Behinderungen in den Lieferketten zu kompensieren und Alternativen hochzufahren", so der VDA. "Eine Fortsetzung der Produktion an alternativen Standorten liegt im Interesse der Kunden, der Beschäftigten, der Unternehmen und eines starken Wirtschaftsstandorts Deutschland und Europa."

Die Kriegshandlungen Russlands führten zur Unterbrechung von Lieferketten, so der VDA. Der Transport sei eingeschränkt, die Produktion in Zulieferbetrieben falle aus. Kurzfristig ergebe sich eine Reduzierung der Zulieferung von Kabelbäumen. "Bei den Kabelbäumen handelt es sich um ein komplexes und teils für jedes Fahrzeugmodell individuell angefertigtes Bauteil. Hier gibt es kaum Lagerbestände." Neben Tunesien versorge vor allem die Ukraine europäische Hersteller mit diesem Bauteil. Die Produktion könne nicht kurzfristig umdisponiert werden.

Der VDA rechnet außerdem langfristig mit Knappheit und einem Preisanstieg bei Rohmaterialien. Außerdem hieß es, Lieferketten zum Beispiel nach und aus China gerieten unter Druck, weil auch die Landwege durch die Krisenregion einen Transport zunehmend ausschließen./hoe/DP/men