LIPPSTADT (dpa-AFX) - Der Licht- und Elektronikspezialist Hella <DE000A13SX22> hat im abgelaufenen Geschäftsjahr (Ende Mai) trotz einer im zweiten Halbjahr nachlassenden Wachstumsdynamik deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Unter dem Strich kletterte der auf die Aktionäre entfallende Gewinn um 62 Prozent auf 630 Millionen Euro, wie der im MDax <DE0008467416> notierte Konzern am Freitag bei der Vorlage seiner endgültigen Zahlen im nordrhein-westfälischen Lippstadt mitteilte. Hella profitierte dabei vom Verkauf des Großhandelsgeschäfts.

Der anhaltenden Schwäche der Autoindustrie kann sich der Zulieferer dennoch nicht länger entziehen. Konzernchef Rolf Breidenbach räumte ein, dass sich die Rahmenbedingungen für Hella im zurückliegenden Geschäftsjahr spürbar verschlechtert hätten. Dennoch geht er davon aus, dass Hella auch künftig stärker als der Markt wachsen werde. Breidenbach verweist dabei unter anderem auf die strategische Ausrichtung des Konzerns auf Zukunftsfelder wie Autonomes Fahren und Elektromobilität.

Der Autozulieferer hatte bereits Eckdaten für das Ende Mai abgelaufene Geschäftsjahr 2018/2019 mitgeteilt. Das um Restrukturierungsmaßnahmen und Portfolioeffekte bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) hatte sich um 5,9 Prozent auf 585 Millionen Euro verbessert. Der berichtete Umsatz war im Vergleich zum Vorjahr von 7,1 auf 7,0 Milliarden Euro zurückgegangen. Diese Zahlen bestätigte Hella nun.

Um seine Aktionäre trotz der trüber gewordenen Aussichten bei der Stange zu halten, hatte Hella zusätzlich zur regulären Dividende in Höhe von 1,05 Euro je Aktie auch eine Sonderdividende von 2,30 Euro je Anteilsschein angekündigt. Das Geld kommt im wesentlichen aus dem Verkauf des Großhandelsgeschäfts.

Zudem bestätigte der Konzern seinen kürzlich gegebenen Ausblick auf das seit Juni laufende neue Geschäftsjahr 2019/2020. Hella erwartet einen währungs- und portfoliobereinigten Umsatz von 6,5 bis 7 Milliarden Euro, nachdem dieser sich im Vorjahr noch auf 6,8 Milliarden Euro belaufen hatte. Das verkaufte Großhandelsgeschäft ist dabei ausgeklammert. Damit dürften die Erlöse mehr oder weniger stagnieren oder sogar zurückgehen./eas/mis