Das neue Jahr hat begonnen und mit ihm werden wir wieder einige spannende Entwicklungen an der Börse zu sehen bekommen. In welche Richtungen diese gehen werden, ist noch vollkommen offen. Der anstehende Brexit und weitere politische Entwicklungen sowie deren Folgen sind derzeit noch nicht vollständig abzusehen. Sicher ist aber, dass Politik und Wirtschaft einmal mehr entscheidenden Einfluss auf die Märkte haben werden.

Gut möglich, dass wir an der Börse eine Fortsetzung der guten Entwicklung aus dem letzten Jahr sehen werden. Ebenso ist es aber denkbar, dass neue Krisen die Kauflust der Anleger im Keim ersticken und es wieder zu Verlusten kommt. Was genau passieren wird, liegt im Dunkeln. Im Folgenden wollen wir uns aber einige wichtige Indizes sowie wichtige Einzelaktien näher ansehen und einen Ausblick auf 2020 geben.

Für den Dow Jones wird 2020 sicher nicht langweilig!

Für den Dow Jones stehen 2020 gleich mehrere wichtige Entwicklungen an. Der Brexit wird den Index nicht ganz so hart treffen wie dies beim DAX der Fall ist. Spurlos vorbeigehen wird er jedoch ebenfalls nicht. Zu hoffen ist, dass die Bullen zu Jahresbeginn weiter am Ball bleiben. Dann wäre ein Angriff auf die magische Marke bei 30.000 Punkten möglich. Sollte der Dow Jones diese Linie überschreiten können, würde das dem Kurs noch einmal mehr Wind in den Segeln verleihen. Wie weit es von dort nach oben gehen könnte, bleibt abzuwarten.

Zum Ende des Jahres kommt jedoch die wahre Bewährungsprobe für den Dow Jones. Sobald der Wahlkampf in den USA in die heiße Phase geht, werden die Aktionäre ohne jeden Zweifel nervös werden. In welche Richtung die Kurse dann ausschlagen lässt sich noch überhaupt nicht vorhersagen. Experten rechnen damit, dass die Märkte auf eine mögliche Wiederwahl von Donald Trump, aller Kritik zum Trotz, eher positiv reagieren werden. Fallende Kurse würden hingegen durch die mögliche Wahl eines neuen Präsidenten aus dem linken Spektrum sorgen. Und bei all dem ist noch nicht das laufende Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump berücksichtigt.

Wohin geht die Reise für den Nasdaq-100?

Die Wahlen in den USA dürften auch den Nasdaq-100 im Jahr 2020 nachhaltig beeinflussen. Ebenfalls von Interesse sind jedoch wirtschaftliche Interessen rund um den Globus. Im Nasdaq finden sich ausschließlich Unternehmen, die nicht aus dem Finanzbereich stammen. Aus diesem Grund ist der Index besonders vom Handelsstreit zwischen den USA und China betroffen. Sollte es hier im neuen Jahr zu einer Einigung kommen, würde das also steigende Kurse sehr begünstigen. Sollten die Fronten jedoch verhärtet bleiben, stünde das einer Fortsetzung des Aufwärtstrends eher im Wege.

Besonders gefährlich wären negative Konjunkturdaten oder schlechte Nachrichten aus der Politik mit Blick auf den aktuellen Kurs des Nasdaq-100. Im vergangenen Jahr konnte der Index ordentlich aufholen und sich um fast 40 Prozent verbessern. Doch wer hoch fliegt, fällt bekanntlich tief. Die Anleger werden auf schlechte Nachrichten mit herben Verlusten reagieren, was für deutliche Kurseinbrüche sorgen könnte. Aus diesem Grund gilt es beim Nasdaq in den nächsten Monaten mit besonderer Vorsicht zu agieren.

S&P 500: Geht es 2020 weiter aufwärts?

Zuletzt wäre da noch der S&P 500 als einer der wichtigsten Indizes in den USA. Wie es hier weitergeht, darüber sind sich die Analysten uneins. Die Crédit Suisse erwartet weitere Zugewinne und ist ganz klar bullish für das neue Jahr. Auch Goldman Sachs und die Bank of Montreal geben sich optimistisch für 2020. Ganz anders sieht das hingegen bei den Analysten der Deutschen Bank und Morgan Stanley aus. Hier rechnen die Experten mit fallenden Kursen bis zum Jahresende. Zum Teil wird erwartet, dass der S&P 500 bis Ende 2020 wieder unter die Marke von 3.000 Punkten fallen wird. Zu Beginn des neuen Jahres steht der Index bei gut 3.200 Punkten.

Ob Bullen oder Bären Recht behalten, lässt sich aktuell unmöglich vorhersagen. Dafür gibt es schlicht zu viele Faktoren, die berücksichtigt werden müssen und die zu weiten Teilen noch völlig im Dunkeln liegen. Dazu gehört einmal mehr der Wahlkampf in den USA, welcher die Märkte in ihren Grundfesten erschüttern könnte. Es bleibt aber abzuwarten, in welche Richtungen die Reaktionen an den Märkten ausschlagen werden.

Goldman Sachs auf dem Vormarsch?

Ein wichtiger Titel in den USA ist Goldman Sachs. Der Kurs der Großbank gilt für manche Anleger schon fast als eine Art Stimmungsbarometer. 2019 ging es für den Titel in hohem Tempo bergauf. Ob sich diese positive Entwicklung 2020 fortsetzen wird, ist allerdings noch nicht abzusehen. Positiv zu bewerten ist, dass amerikanische Banken nicht im Ansatz so sehr unter Niedrigzinsen leiden wie es bei Geldhäusern in Europe der Fall ist. Grundsätzlich hat Goldman Sachs also noch genügend Raum, um weiter zu wachsen.

Viele Faktoren, die für ein Kurswachstum nötig sind, kann Goldman Sachs selbst aber kaum beeinflussen. Auch hier können die Wahlen nicht ignoriert werden, dazu kommen konjunkturelle Entwicklungen sowie die Preisentwicklungen bei Rohstoffen. Und schließlich ist da noch die Charttechnik, welche maßgeblichen Einfluss auf die Kurse nehmen kann. Positiv wäre es, wenn Goldman Sachs sich wieder auf 260 USD und damit in Richtung des 5-Jahres-Hochs entwickeln würde. Negativ auswirken würde sich sehr wahrscheinlich ein Absinken unter die Marke von 200 USD auswirken.

Nike ist immer gefragt!

Weitgehend unbehelligt von den Wahlen in den USA dürfte die Aktie von Nike bleiben. Der Sportartikelhersteller profitiert derzeit von einer hohen Nachfrage nach Sneakern und anderen Produkten rund um den Globus. Auch 2020 werden die Artikel von Nike sich über eine hohe Beliebtheit freuen können. Kaum ein Sektor erfuhr in der jüngeren Vergangenheit ein so starkes Wachstum wie jener der Sportartikelhersteller. Das zeigte sich auch beim deutschen Unternehmen Adidas sehr deutlich. Experten führen das unter anderem auf die immer größere Bedeutung des Lifestyles und der Präsentation von eben diesem auf sozialen Netzwerken zurück.

Im Vergleich zu Adidas ist bei Nike jedoch zu berücksichtigen, dass amerikanische Investoren häufig sehr viel emotionaler reagieren als es bei den hiesigen Märkten der Fall ist. Eine unglückliche PR-Aktion oder ein einzelner Verkaufsflop kann also schon mal kurzfristig für fallende Kurse sorgen. In dieser Hinsicht könnte sogar der Wahlkampf doch noch Einfluss nehmen. Kaum vorzustellen, was passiert, wenn Trump oder ein Kandidat der Demokraten mit Klamotten von Nike fotografiert wird. Ein Selbstläufer ist die Aktie also keineswegs und es bleibt abzuwarten, was das Jahr 2020 für Nike noch alles in petto hat.

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