FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 23. April 2013. (FRANKFURT) Börse Frankfurt. Goldpreisverfall sorgt für Fluchtverkäufe von Minenfonds-Anteilen. Auch Aktienkörbe werden abgegeben, viel Bewegung in beide Richtungen erleben Biotechnologie-Fonds.

Der Preisverfall an den Rohstoff- und Edelmetallmärkten gibt weiter den Ton im Fondsgeschäft an. 'Vor allem zu Beginn vergangener Woche sind Minenfonds massiv unter die Räder gekommen - man kann schon fast von panikartigen Verkäufen sprechen. Mit der Stabilisierung des Goldpreises um 1.400 US-Dollar je Feinunze hat sich der Handel zur Wochenmitte dann wieder etwas normalisiert', meldet Matthias Präger von der Baader Bank. Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler bestätigt: 'Alles, was mit Rohstoffen zu tun hat, wurde massiv verkauft, der Rest war relativ ruhig.'

Zu den umsatzstärksten Portfolios aus diesem Segment zählen laut Präger etwa der BlackRock Glb World Gold Fund ( WKN 974119     ), der BlackRock Glb World Mining Fund ( WKN A0BMAL     ) sowie der Falcon Gold Equity Fund ( WKN 972376     ).

Mischfonds mit Goldschwerpunkt ebenfalls unter Druck

Wie Wöllnitz ergänzt, sind auch rohstofflastige Mischfonds nicht von der Verkaufswelle verschont geblieben. 'So etwa der M&W Privat ( WKN A0LEXD     ), der zwar in die Klasse der international ausgerichteten Mischfonds fällt, aber sehr stark in Minenaktien investiert ist.' Im Handel mit 'wirklich gemischten' Fonds, die weniger oder gar nicht auf Aktien von Rohstoffunternehmen setzen, ist laut Wöllnitz zwar ebenfalls viel los. Eine einheitliche Kauftendenz, wie noch in der Vorwoche, lasse sich hier aber nicht mehr ausmachen. 'Ein Beispiel ist der Publikumsliebling Flossbach von Storch Multiple Opportunities ( WKN A0M430     ), bei dem sich Käufe und Verkäufe ausnahmsweise mal die Waage hielten.'

Hiesige Bluechips mit Verkaufsüberhang

Angesichts der Kursverluste an den Aktienmärkten sind in den vergangenen Handelstagen aber auch deutsche und europäische Aktienportfolios bei Anlegern in Ungnade gefallen. 'Der DAX ist vergangenen Mittwoch um rund 250 Punkte abgesackt und hat ein neues Jahrestief markiert. Für die meisten heimischen Aktienkörbe ging es im Gefolge auf Talfahrt', berichtet Präger. Zu den am stärksten verkauften Produkten zählten hier der FF - European Growth ( WKN 973270     ), der UBS (Lux) EF European Opportunity ( WKN 971556     ) sowie der fast ausschließlich in deutschen Aktien investierte DWS Deutschland ( WKN 849096     ).

Aber auch außerhalb Europas ist die jüngste Rekordjagd der Aktienindizes ins Stocken geraten. 'Nachdem die US-Märkte in den vergangenen Wochen ja stetig nach oben gelaufen waren, während Europa konsolidierte, hat sich diese Schere zuletzt wieder geschlossen und es ging einheitlich bergab', kommentiert Präger. International ausgerichtete Aktienportfolios, die bis vor kurzem noch in der Gunst von Investoren standen, seien dementsprechend zurückgekommen. So etwa der ARERO - Der Weltfonds ( WKN DWS0R4     ) von DWS oder der Carmignac Investissement ( WKN A0DP5W     ), der schon seit Monaten zu den Umsatzrennern zählt.

Wieder einige Käufer asiatischer Aktien Asienportfolios

Von unverändert moderaten Umsätzen berichtet Präger mit Blick auf den Anlageschwerpunkt in asiatischen Aktien. 'Allerdings haben wir hier in den zurückliegenden Handelstagen einen leichten Kaufüberhang gesehen, etwa beim relativ umsatzstarken Allianz Thailand Equity Fund ( WKN A0Q1LJ     ). Hier kam nach der jüngsten Flaute wieder etwas Bewegung rein', erklärt Präger. Auch in den Aberdeen Global Asian Smaller Cos Fd ( WKN A0HMM3     ), der vor allem auf Aktien kleiner und mittelgroßer Unternehmen aus der Region Asien-Pazifik außer japanischenausgerichtet ist, seien Investoren wieder eingestiegen.

Reger Handel von Biotech-Fonds

Deutlich höhere Umsätze als üblich beobachtet Wöllnitz unterdessen im DWS Biotech-Aktien Typ 0 ( WKN 976997     ) und spricht von Handel in beide Richtungen. Der Fonds legt zum größten Teil in US-Biotechnologiewerte an und weist für die vergangenen zwölf Monate ein Renditeplus von fast 43 Prozent auf. Auf Sicht von drei Jahren liegt das Kursplus gar bei 86 Prozent.

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© 23. April 2013/Karoline Kopp

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)