FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 8. Oktober 2013. Anleger halten mit Blick auf den US-Budgetstreit die Füße still. Richtungslosigkeit dominiert den Markt.

Abwarten, lautet aktuell die Devise - wie an den internationalen Aktienmärkten, so auch im Fondshandel. Grund der Zurückhaltung ist nach wie vor der US-Haushaltsstreit und die damit einhergehende drohende Zahlungsunfähigkeit der größten Volkswirtschaft der Welt. 'So lange diese Unsicherheit im Markt ist, wird hier wohl auch nicht allzu viel passieren. Eine klare Tendenz ist jedenfalls erst einmal nicht zu erwarten', kommentiert Matthias Präger von der Baader Bank. Frank Wöllnitz, Fondsspezialist von ICF Kursmakler, bestätigt: 'Es ist wirklich sehr, sehr ruhig im Moment. Ganz wie das Kaninchen vor der Schlange.'

Wenn sich der US-Kongress nicht in den kommenden Tagen auf einen neuen Haushalt und eine Anhebung der Schuldenobergrenze einigt, droht dem Land der Staatsbankrott. Massive Verwerfungen an den Finanzmärkten wären die Folge. Schon seit mehr als einer Woche ist die US-Verwaltung wegen des Budgetstreits in großen Teilen stillgelegt. Am 17. Oktober stößt das Land an die bisherige Schuldengrenze und dürfte - wenn sie vorher nicht erhöht wird - keine weiteren Kredite mehr aufnehmen. 'Die meisten Leute gehen schon davon aus, dass es so weit nicht kommen wird - immerhin bewegen wir uns weiterhin auf einem sehr hohen Kursniveau an den Aktienmärkten. Eine gewisse Verunsicherung herrscht aber allemal', meint Wöllnitz.

Aktienfonds mit leichtem Abgabeüberhang

Käufe und Verkäufe halten sich, wie die beiden Händler berichten, weitestgehend die Waage. Präger beobachtet bei heimischen Aktienfonds lediglich einen leichten Abgabeüberhang. 'Tendenziell mehr Verkäufe haben wir etwa im DWS Deutschland ( WKN 849096     ) oder im DWS Investa ( WKN 847400     ) gesehen.' Auf der Kaufseite führt der Spezialist indes den Lupus alpha Smaller German Champs ( WKN 974564     ), der in erster Linie in deutsche Nebenwerte aus dem MDAX und SDAX investiert.

Ein ganz ähnliches Bild zeigt sich bei den international aufgestellten Aktienportfolios. 'Auch hier ist zuletzt etwas mehr zurückgekommen, aber eben nur etwas', erklärt Präger und verzeichnet Abgaben unter anderem im Lingohr-Systematic-LBB-Invest ( WKN 977479     ) sowie im M&G Global Basics ( WKN 797735     ). Der Siemens Global Growth ( WKN 977265     ) sei hingegen - wie schon seit einigen Wochen - bei Investoren beliebt. Der Fonds, der hauptsächlich in Wachstumsunternehmen aus den USA, Deutschland und Japan investiert, hat im laufenden Jahr über 40 Prozent an Wert gewonnen.

Laut Wöllnitz haben sich Anleger zudem den auf Aktien der Eurozone fokussierten DWS Invest Top Euroland ( WKN 552519     ) in den vergangenen Tagen in die Portfolios gelegt. Beliebt wie immer sei auch der Flossbach von Storch Multiple Opportunities ( WKN A0M430     ) genauso wie der ebenfalls in das Segment internationale Mischfonds zählende PI Global Value Fund ( WKN A0NE9G     ).

Raus aus Asien

Asiatische Aktien stehen hingegen derzeit nicht gerade auf den Einkaufslisten, wie Präger meldet. 'In Portfolien mit asiatischen Unternehmen haben wir in den vergangenen Handelstagen eigentlich nur Verkäufe verbucht', erläutert der Händler und verweist beispielhaft auf Rückflüsse im Templeton Asian Growth ( WKN 785343     ) sowie im Threadneedle Asia ( WKN 987669     ).

Minenfonds finden laut Präger indes kaum Beachtung. 'Es war fast gar nichts los', erklärt der Spezialist. Allenfalls in dem auf US-Dollar lautenden BlackRock Global World Mining ( WKN 986932     ) habe es leichte Abgaben gegeben. Das auf Euro lautende Pendant ( WKN A0BMAR     ) sei allerdings eher gekauft worden.

Unter den auf einzelne Branchen spezialisierten Portfolios verzeichnet Wöllnitz erhöhtes Kaufinteresse nach dem BlackRock Glb World Healthscience Fund ( WKN A0BL36     ), der in Aktien aus dem Gesundheitssektor anlegt. Zu den größten Positionen im Fonds zählen etwa die US-Titel Celgene oder Johnson&Johnson sowie die Papiere der Schweizer Pharmariesen Novartis und Roche. Ebenfalls gekauft worden sei aber auch der auf die Konsumgüterbranche fokussierte Robeco Global Consumer Trends ( WKN A0CA0W     ), ergänzt Wöllnitz. Das stark auf den US-Markt ausgerichtete Portfolio beinhaltet Werte wie Google, MasterCard und Facebook.

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Von Karoline Kopp, Deutsche Börse AG

© 8. Oktober 2013

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)