FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 7. April 2015. Mit Beginn der Dividendensaison in Deutschland stehen Aktien-ETFs

hoch im Kurs. Vorsichtige greifen zudem zu inflationsgebundenen Renten-ETFs -

aus Angst vor steigenden Preisen.

Etwas ruhiger ist es um die Osterfeiertage schon, doch die Laune bleibt

eindeutig gut. Nach der Mitte März einsetzenden Stabilisierung auf hohem Niveau

ist der DAX am heutigen Dienstag zu Handelsbeginn wieder über die 12.100 Punkte-

Marke geklettert, aktuell notiert der Index mit 12.073 Zählern nur wenig unter

dem Allzeithoch von 12.219 Punkten aus dem März.

"Auch wenn so mancher abwartet, insgesamt dominieren klar die Käufe", berichtet

Sascha Cronemeyer von der Commerzbank. "Rücksetzer werden regelmäßig für Zukäufe

genutzt." Das erste Quartal dieses Jahres war für den DAX mit einem Plus von 22

Prozent das beste seit 2003.

Grund für den nachösterlichen Optimismus sind enttäuschende Arbeitsmarktzahlen

aus den USA. Diese schüren Hoffnungen auf eine spätere Zinswende in den USA.

Hohe Ausschüttungen

"Anleger sind eindeutig bullish", urteilt auch Atakan Sahin von der ICF Bank.

Zugegriffen werde vor allem bei DAX- und Euro Stoxx-Trackern ( WKN ETFL01     ,

ETFL02). Gregor Hamme von der Unicredit Group beobachtet größere Zuflüsse

speziell in DAX-ETFs. Besonders auf den iShares DAX ( WKN 593393     ) werde gesetzt,

aber auch auf DAX-Tracker anderer Anbieter ( WKN LYX0AC     , ETFL06     ). "Das hängt mit

der beginnenden Dividendensaison in Deutschland zusammen. Zum Beispiel hat

Daimler vergangene Woche eine Rekorddividende ausgezahlt." Aktionäre können sich

in diesem Jahr über besonders hohe Dividenden freuen: Die DAX-Unternehmen

schütten insgesamt 29,5 Milliarden Euro aus, 10 Prozent mehr als 2014, wie die

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY bereits im März berechnet hatte.

Bei der BNP Paribas herrscht ebenfalls Kaufstimmung. "Anleger positionieren sich

in US-amerikanischen und europäischen Aktien-ETFs, aber auch in globalen

Schwellenländertiteln", erklärt Gregory Guerrand, als Beispiel nennt er den S&P

500 THEAM Easy ( WKN A1W4DP     ).

Beliebt ist Hamme zufolge im Moment auch der Amundi MSCI Nordic ( WKN A0REJU     ),

der die Aktienmärkte der skandinavischen Länder abbildet und auf Sicht von drei

Monaten auf ein Plus von über 24 Prozent kommt.

Schwellenländeraktien hinken hinterher

Die Commerzbank meldet zwar Zuflüsse in Aktien-ETFs, etwa in MSCI World-, S&P

500-, Euro Stoxx 50-Trackern, aber Abflüsse aus DAX-Indexfonds. "Bei DAX-ETFs

beobachten wir einen Verkaufsdruck", bemerkt Cronemeyer.

Was Schwellenländer-ETFs angeht, sind laut BNP Paribas derzeit indonesische und

philippinische Aktien gefragt, auf den Abgabelisten stünden hingegen

chinesische, südkoreanische und lateinamerikanische Indexfonds.

Schwellenländeraktien haben sich seit Jahresanfang ebenfalls klar verteuert,

können aber mit Industrieländertiteln nicht mithalten. So verzeichnet zum

Beispiel der db x-trackers MSCI Emerging Markets ( WKN DBX1EM     ) in den vergangenen

drei Monaten einen Zuwachs von 17,6 Prozent, beim DAX sind es im selben Zeitraum

27 Prozent.

Banken-ETFs kaum besser

Umsatzstärkster Branchen-ETF in der vergangenen Handelswoche war wieder einmal

der iShares Euro Stoxx Banks ( WKN 628930     ), der sich seit Anfang Januar etwas

besser entwickelt hat als der branchenbreite Euro Stoxx 50. Die von vielen

erwartete Aufholjagd blieb aber aus. Die Commerzbank sieht an die

Konsumgüterindustrie gekoppelte ETFs auf den Einkaufslisten, ebenso solche, die

die Entwicklung der Gesundheitsbranche abbilden. Viel um, allerdings in beide

Richtungen, gehe zudem in Immobilien-Indexfonds. Hier hat die BNP Paribas

zuletzt Käufe festgestellt, konkret im FTSE EPRA Eurozone THEAM Easy (WKN

A0ERY9).

Wieder Interesse an Inflations-Linkern

Ein Thema bewegt ETF-Anleger offenbar wieder mehr: die Inflation. So mancher

rechnet mit wieder anziehenden Preissteigerungsraten, nachdem das Statistische

Bundesamt vergangene Woche für den März eine Inflationsrate von 0,3 Prozent

bekannt gegeben hat. Im Januar waren die Preise in Deutschland um 0,4 Prozent

gesunken, im Februar im 0,1 Prozent gestiegen.

Nicht alle teilen diese Sorge: "Die Flows, etwa im iShares Euro Inflation Linked

Government Bond ( WKN A0HGV1     ), gehen in beide Richtungen", berichtet Cronemeyer.

Daneben positionierten sich Anleger der Commerzbank zufolge in Bundesanleihen

mit mittlerer Laufzeit sowie US-Treasuries mit kurzer Laufzeit. "Abgegeben

werden hingegen Unternehmensanleihen", ergänzt Cronemeyer.

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von Anna-Maria Borse, Deutsche Börse AG

© 7. April 2015

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)