FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 13. November 2012. Angesichts des starken US-Dollar sind Fonds mit US-amerikanischen Aktien gefragt. Außerdem entscheiden sich Anleger unverändert gerne für Mischfonds. Aber auch die zuletzt verschmähten Minenfonds werden wieder gekauft.

Zwar ist der DAX innerhalb von nur fünf Handelstagen um rund 250 Punkte nach unten gerutscht, Fondsanleger scheren sich darum aber wenig. 'Wir haben, bei stabilem Handelsaufkommen, sogar überwiegend Käufe gesehen', berichtet Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank. Am Aktienmarkt sei die Kauflaune nach den US-Wahlen schnell verflogen. 'Die Probleme waren gleich wieder auf dem Tisch: In den USA die fiskalische Klippe, in Europa die Probleme mit Griechenland und Spanien.' Außerdem hätten die jüngsten Konjunkturzahlen enttäuscht. 'Der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone ist auf den tiefsten Stand seit 2009 gesunken.'

Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler bereitet der durchaus spürbare Kursrückgang keine Sorgen: 'Wir sehen zwar eine leichte Schwäche, das spielt sich aber auf hohem Niveau ab.' Von Panik könne keine Rede sein. Seiner Ansicht nach halten sich Fondanleger in diesem Umfeld aber zurück. 'Die Umsätze sind sehr dünn.'

US-amerikanische und europäische Aktien ja, asiatische jein

Da sich der Euro gegenüber dem US-Dollar weiterhin schwach präsentiert, positionieren sich Anleger Deisenroth-Boström zufolge gerne in Fonds mit US-Dollar-Schwerpunkt. 'Wir sehen weiter hohe Zuflüsse im DWS Top Dividende ( WKN 984811     ).' Auch der Carmignac Investissement ( WKN A0DP5W     ) sei beliebt. Das Management des DWS Top Dividende investiert weltweit in Aktien mit hoher Dividendenrendite. Seit Jahresanfang beläuft sich das Kursplus auf 8,7 Prozent, in den vergangenen drei Jahren waren es sogar jeweils 12 Prozent.

Doch auch in Fonds mit europäischen Dividendentiteln wird Deisenroth-Boström zufolge zugegriffen. 'Gesucht sind etwa die beiden Allianz Europe Equity Growth-Fonds ( WKN A0KDMT     , A0KDMU     ).' Gemischter falle das Bild bei Fonds mit asiatischen Aktien aus. 'Gekauft wird der DWS Top 50 Asien ( WKN 976976     ), verkauft der Allianz Thailand Equity ( WKN A0Q1LJ     ).' Wöllnitz zufolge stand wieder einmal der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen ( WKN A0M8HD     ), der auf deutsche Unternehmen aus der zweiten Reihe setzt, auf den Einkaufslisten ganz weit oben. 'Da gab es massive Käufe.'

Breit aufgestellte Fonds punkten

Darüber hinaus ziehen Mischfonds mit attraktiven Renditen weiter: Unverändert rege nachgefragt wird laut Wöllnitz der Kapital Plus ( WKN 847625     ) von Allianz Global Investors. Der konzentriert sich auf Euroanleihen guter Bonität, kann daneben aber auch bis zu 40 Prozent des Vermögens in europäische Aktien investieren. Ziemlich umsatzstark zeige sich auch der Antea ( WKN A0DPZJ     ), hier überwögen ebenfalls klar die Käufe. Weniger gut an komme hingegen der M&W Privat ( WKN A0LEXD     ). 'Hier gab es vor allem Verkäufe.'

Der Antea-Fonds streut sehr breit, zu den Anlageklassen gehören Aktien, Anleihen, Edelmetalle, Immobilien, Hedgefonds, Private Equity und Rohstoffe. Verwaltet wird der Fonds von drei Managern, die in der Branche durchaus einen Namen haben: Bert Flossbach von Flossbach von Storch, Jens Ehrhardt von DJE Kapital und Hendrik Leber von Acatis Investment. Für 2012 beläuft sich die Rendite des Antea bislang auf 9,6 Prozent, in den vergangenen drei Jahren waren es jeweils 6,1 Prozent.

Wöllnitz macht im Übrigen darauf aufmerksam, dass es im Carmignac Patrimoine ( WKN A0DPW0     ) und im Carmignac Investissement (WKN A0DP5W) per 12. November, also dem gestrigen Montag, zu einem Preissplit im Verhältnis 1 zu 10 gekommen ist. 'Vorher kostete ein Anteil des Carmignac Patrimoine 5.575, jetzt sind es 557 Euro', erläutert der Händler. Die Fondsanteile der Anteilsinhaber haben sich durch die Maßnahme verzehnfacht. Ziel der Fondsgesellschaft Carmignac Gestion ist es, die Fonds leichter zugänglich zu machen. 'Verwerfungen gab es keine', bemerkt Wöllnitz. Die Umsätze hätten sich auf dem üblichen Niveau bewegt.

Minenfonds wieder begehrt

Der Abgabedruck in Minenfonds ist unterdessen abgeflacht, wie Deisenroth-Boström erklärt. 'Der Goldpreis ist ja wieder über die Marke von 1.700 US-Dollar geklettert.' Heute wird die Feinunze zu 1.725 US-Dollar gehandelt, Anfang November waren es nur 1.678 US-Dollar. Dem entsprechend deckten sich Investoren auch wieder mit Minenfonds ein, wie die Händlerin festgestellt hat. 'Gesucht sind der Falcon Gold Equity Fund ( WKN 972376     ) und der BlackRock Global World Gold Fund ( WKN 974119     ).'

Wenig los in Immobilienfonds

Im Handel mit Immobilienfonds fehlen die großen Themen. 'Höhere Umsätze haben wir im WestInvest InterSelect ( WKN 980142     ) beobachtet, allerdings mehr Verkäufe', meldet Wöllnitz.

© 13. November 2012/Anna-Maria Borse

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(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)