FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Mit immer neuen Rekorden an der Börse bleiben auch Aktienfonds gefragt -

auch solche mit chinesischen Titeln. Unter den Minenfonds sticht einer

heraus, der auf den Lithiumpreis setzt.

25. Oktober 2017. (FRANKFURT) Börse Frankfurt. An den Aktienmärkten geht es

weiter nach oben - allerdings im Schneckentempo. "Auch erfahrene Händler

hier an der Börse berichten, dass sie eine so ruhige Phase mit so wenig

Kursbewegungen noch nie erlebt haben", erklärt Jan Duisberg von der ICF

Bank.

Die Fonds-Umsätze sind dem Händler zufolge aber "stabil", Anja Deisenroth-

Boström von der Baader Bank meldet durchschnittliche bis gute Umsätze für

den Bereich deutsche und europäische Fonds, durchschnittliche für

internationale und gute für asiatische Fonds.

Aktienfonds: kein klares Bild

Bei deutschen, europäischen und internationalen Aktienfonds überwiegen die

Zuflüsse, der klare Trend hin zu einer bestimmten Region oder einem

bestimmten Segment fehlt aber. Zugegriffen wird Deisenroth-Boström zufolge

im FPM Funds Stockpicker Germany Small/Mid Cap ( WKN A0DN1Q ), im Comgest

Growth Europe Opportunities ( WKN A0YAJD ), im Morgan Stanley Global

Opportunity ( WKN A1H6XK ) und im GLS Bank Aktienfonds AK ( WKN A1W2CK ).

Abgestoßen würden hingegen der Fondak ( WKN 847101 ), der SEB European Equity

Small Caps ( WKN 989941 ), der DWS Vermögensbildungsfonds ( WKN 847652 ) und der

M&G Global Basics Themes ( WKN 797735 ).

Chinas Aktien im Fokus

Mehr Bewegung ist in den Handel mit Fonds mit chinesischen Aktien gekommen.

"Das liegt wohl daran, dass der CSI 300 kurz vor Durchbruch einer

bedeutenden Chartmarke nach oben ist", vermutet Deisenroth-Boström. Der

Index, der chinesische Festlandsaktien abbildet, ist seit Mai deutlich

gestiegen und nähert sich der wichtigen Marke von 4.000 Punkten. Sehr

beliebt seien zum Beispiel der UBS Equity Fund China Opportunity (USD) (WKN

986579), der DWS Top Asien ( WKN 976976 ) und der DNB Fund Asian Small Cap

( WKN 986071 ). Auf den Verkaufslisten stünden hingegen der Robeco Asia-

Pacific Equities ( WKN 988149 ) und der Baring Hong Kong China ( WKN 972840 ).

Mischfonds: beliebt wie immer

Gut nachgefragt bleiben auch Mischfonds. Viele Anhänger findet derzeit etwa

der global investierende Patriarch Classic von Hauck & Aufhäuser (WKN

HAFX6Q), wie Duisberg berichtet. Der Fonds setzt vor allem auf Aktien, im

laufenden Jahr liegt die Rendite bei 19,5 Prozent, in den vergangenen drei

Jahre bei jeweils 20,6 Prozent. Gesucht sei auch der rentenlastige Ethna-

Aktiv ( WKN 764930 ). "Das ist etwas für den konservativen Anleger."

Ein großes Thema ist Duisberg zufolge, dass der zwischenzeitlich wegen zu

hoher Beliebtheit geschlossene Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (WKN

A0M8HD) voraussichtlich am 1. November wieder für Neuanleger geöffnet wird.

In den 15 Monaten vor der Schließung im Mai 2016 hatte sich das Fondsvolumen

beinahe verdoppelt. Bestandskunden konnten allerdings unverändert in den

Fonds investieren, auch Sparpläne liefen weiter. Über die Börse konnte der

Fonds die ganze Zeit ge- und verkauft werden, allerdings nur nach Orderlage.

Die Wertentwicklung für den aktienlastigen Fonds liegt in diesem Jahr bei

13,3 Prozent, in den vergangenen drei Jahren waren es 13,1 Prozent p.a.

Profitieren vom Lithiumpreisanstieg

Sehr gut nachgefragt bleibt laut Deisenroth-Boström der Structured Solutions

Next Generation Resources Fund (WKN HASX4V), ein Aktienfonds, der über

Bergbauaktien auf die Entwicklung des Lithiumpreises setzt. Investiert wird

in maximal 25 der größten börsennotierten Unternehmen, deren

Hauptgeschäftstätigkeit in der Exploration und dem Abbau von Lithium liegt.

Der Fonds wurde bereits 2010 aufgelegt und hat in den vergangenen drei

Jahren Morningstar zufolge ein Plus von 45,8 Prozent im Jahr erzielt, in

diesem Jahr sind es bislang 35 Prozent. Lithium findet sich in Batterien von

Smartphones, Computern und Elektroautos - Branchenkenner bezeichnen das

Metall daher auch schon einmal als das "neue Öl".

Hin und her in Immobilienfonds

Viel um geht - wie immer - auch in Immobilienfonds. Rege gehandelt wird

Duisberg zufolge etwa der HausInvest ( WKN 980701 ). Mal wird er gekauft, mal

verkauft. Wegen einer Dividendenzahlung mit Abschlag wird diese Woche der CS

Euroreal in Euro ( WKN 980500 ) und in Schweizer Franken ( WKN 975140 )

gehandelt. "Bei der Euro-Variante ist die Auftragslage aber auch schon

wieder gut."

von: Anna-Maria Borse

25. Oktober 2017, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)