FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 8. September 2021. Die hiesigen Anleger waren an dem Kursminus seit vergangenem Mittwoch diesmal beteiligt und haben das Zwischenhoch aktiv genutzt. Was dem Markt nützen könnte, wie Goldberg vermutet.

Es hatte sich bereits bei unserer vergangenen Sentiment-Erhebung abgezeichnet, dass die Spielräume für Abwärtsbewegungen beim DAX größer als diejenigen für Aufwärtsbewegungen, also asymmetrisch verteilt sein würden. Allerdings verbirgt sich hinter dem Minus von 2 Prozent im Punktvergleich gegenüber der Vorwoche, dass es dem Börsenbarometer zwischenzeitlich immerhin gelungen war, eine deutliche Erholung zu produzieren. Nicht zuletzt, weil der US-Arbeitsmarktbericht für den Monat August am vergangenen Freitag als so schwach wahrgenommen wurde, dass vielerorts die Ankündigung für ein erstes Tapering (Zurückfahren der Wertpapierkäufe) der US-Notenbank nicht mehr im September, sondern eher im November erwartet wird.

Umso mehr konzentriert sich nun das Interesse der Börsianer auf die Sitzung des EZB-Rates am kommenden Donnerstag. Nicht zuletzt, weil dort möglicherweise zumindest Diskussionen über ein Zurückfahren des Krisenprogramms PEPP stattfinden könnten. So zeigte sich der DAX zuletzt empfindlich, wenn sich Befürworter derartiger Gedankengänge aus dem EZB-Rat zu Wort meldeten.

Erneut auf schwache Kurse gesetzt

Dass sich die Mehrheit der von uns befragten mittelfristig orientierten Investoren während der vergangenen Tage gegen Kursrückgänge abermals abgesichert hat, zeigt das Ergebnis der heutigen Sentiment-Erhebung. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index hat sich deutlich um 24 Punkte auf einen neuen Stand von -31 abgeschwächt. Nicht zuletzt, weil sich bei rund 40 Prozent der Optimisten offenbar die Überzeugung durchgesetzt hat, dass der DAX nach oben anscheinend nicht viel zu bieten hat. Dabei haben sich rund 85 Prozent der ehemaligen Optimisten direkt ins Bärenlager begeben, also ihre Position um 180 Grad gedreht.

Erheblich ruhiger ist es bei den Privatanlegern zugegangen, wo sich die Stimmung gegenüber der Vorwoche sogar um 4 Punkte auf einen neuen Stand von 0 im Börse Frankfurt Sentiment-Index verbessert hat. Nicht zuletzt, weil einige vormals skeptische Marktteilnehmer möglicherweise in die jüngste DAX-Schwäche hinein gekauft haben.

Hoffnung auf greifbare Korrektur

Somit ergibt sich wieder eine deutliche Kluft zwischen privaten und institutionellen Investoren. Dabei drängt sich einmal mehr der Verdacht auf, dass sich hinter der Stimmungsverschlechterung bei den institutionellen Investoren weniger ein grundsätzlicher Pessimismus verbirgt, sondern die Hoffnung, dass der DAX endlich einmal eine greifbare Korrektur zeitigen möge - gute Gründe dafür gibt es genug. Im gleichen Zuge wird wie bereits vor drei Wochen deutlich, dass unter den institutionellen Investoren eine besonders aktive Gruppe (etwas mehr als 10 Prozent aller Befragten) zurzeit eher kurzfristig unterwegs ist. Naturgemäß mit der Absicht, auf niedrigerem DAX-Niveau wieder als Käufer aufzutreten.

Übrigens: In der relativen Betrachtung auf drei und sechs Monate ist der Pessimismus übrigens deutlich niedriger (relative Indexwerte von jeweils ca. -20).

Per Saldo wird zweierlei erkennbar. Zum einen ist der jüngste Kursrückgang des DAX mit hoher Wahrscheinlichkeit hausgemacht. Zum anderen hat sich die Sentiment-technische Situation für das Börsenbarometer gleichsam verbessert, zumal erste Nachfrage aus vorgenannten Quellen bereits im Bereich 15.500/15.550 zu erwarten sein dürfte.

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08. September 2021, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)