FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 27. Mai 2015. International engagierte Publikumsfonds, gemischte Portfolios und der Biotechnologie-Sektor stehen bei Fondsanlegern im Vordergrund. Auch chinesische Aktien finden wieder Käufer.

Bei politisch unveränderten Vorzeichen und einem DAX im Seitwärtsgang bleiben Fondsanleger am Ball. Zwar hat das Volumen laut Händlern im Vergleich zu den starken Monaten Februar und März etwas nachgelassen. Das erste Quartal war mit Zuflüssen in Höhe von 72 Milliarden Euro für den hiesigen Fondsmarkt laut Deutschen Fondsverband BVI immerhin das beste Neugeschäft seit Bestehen der BVI-Statistik.

"Insgesamt stehen bei unseren Kunden weiterhin Käufe im Vordergrund", meldet Ivo Orlemann. Hinsichtlich der Griechenland-Thematik scheine es aktuell wieder ernster zu werden. Allerdings beschäftige das Thema die Gemüter schon sehr lange. "Deshalb tun sich Anleger etwas schwer, die Situation einzuschätzen", urteilt der Fonds-Spezialist der ICF Bank.

Das geringere Anlegerinteresse an Fonds sieht Anja Deisenroth-Boström im Zusammenhang mit den Entwicklungen an den Aktienmärkten. "Mit dem DAX-Einbruch im April wurden viele durch Stop-Loss abgesicherte Positionen verkauft", bemerkt die Händlerin der Baader Bank. Seitdem bewegt sich das deutsche Aktienbarometer in einem Band zwischen 11.300 und 12.000 Punkten. Das sei kein attraktives Umfeld für Neuengagements.

Internationale Aktien beliebt

Der Bereich international aufgestellte Fonds steht bei den Kunden der Baader Bank im Vordergrund, wie Deisenroth-Boström meldet. "Dabei verbuchen wir analog zu den Entwicklungen an den Aktien- und Devisenmärkten sowohl Zu- als auch Abflüsse." Unterm Strich überwögen bei gefragten Fonds wie dem DWS Top Dividende ( WKN 984811     ), dem Carmignac Inventissement ( WKN A0DP5W     ) und dem DWS Vermögensbildungsfonds I ( WKN 847652     ) die Abnehmer. Rege aber ausgewogen gehe es beim M&G Global Basics Fund ( WKN 797735     ) zu, während der MSF Meridian Funds - Global Concentrated Fund ( WKN A0ESBY     ) mehrheitlich verkauft worden sei.

Viele Investoren interessierten sich für den am 17. April diesen Jahres aufgelegten Aktienfonds von Dirk Müller ( WKN A111ZF     ), der nach eigenen Angaben Abschwung-Phasen an den Börsen mit Absicherungsstrategien abfangen will. "Der Fonds wurde uns auch während des fallenden Marktes aus den Händen gerissen", beschreibt Deisenroth-Boström die Anfangsphase. Nach einem Ausgabepreis von 100 Euro kostet ein Fondsanteil derzeit 98,21 Euro.

Mischfonds gesucht

In Anbetracht der fehlenden Richtung an den Märkten kommen Mischfonds einmal mehr besonders gut an, wie BVI und auch Ivo Orlemann melden. Im abgelaufenen Quartal führt diese Anlagekategorie nach Berechnungen des BVI deutschlandweit die Fonds-Absatzliste an. Mit 13,5 Milliarden Euro hätten sich die neuen Mittel bis Ende März im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

Auf dem Spitzenplatz in der ICF-Bestenliste der vergangenen vier Wochen liege der Floßbach von Storch Multiple Opportunities ( WKN A0M430     ). "Je nach Marktlage wurde gekauft oder verkauft, wobei die Zuflüsse leicht überwogen", berichtet Orlemann. Gefragt sei zudem der seit einigen Monaten im Vordergrund stehende M&G Optimal Income ( WKN A0MND8     ). "Hier verbuchen wir fast nur Käufe." Als dritter und vierter im Bunde landeten der Kapital Plus ( WKN 847625     ) und der Nordea-1 Stable Return Fund ( WKN A0J3XL     ) meist in den Anlegerdepots.

Biotechnologie zieht Anleger an

Viel Zuspruch registriert Orlemann für den gewohnt schwankungsintensiven Biotechnologie-Sektor. Zu den meist gehandelten Werten gehörten der DWS Biotech ( WKN 976997     ) mit gleichermaßen Zu- wie Abflüssen. "Je nach Marktrichtung wurden beide Seiten gespielt.".

Einen Kaufüberhang macht der Fonds-Spezialist beim ebenfalls beliebten SEB Concept Bio Tech ( WKN 542164     ) aus. Auf Monatssicht hat der Nasdaq Biotechnology Index übrigens von 3.615 auf 3.794 Punkte zugelegt. Das entspricht einem Plus von 4,95 Prozent. Die Volatilität lag mit 23,34 Prozent allerdings über dem Jahresdurchschnitt.

Europa schlägt Deutschland

Besonders rege gehandelt und in Summe verkauft worden sind nach Angaben von Deisenroth-Boström deutsche Standardaktien im DWS Deutschland ( WKN 849096     ) und Pioneer Investments German Equity ( WKN 975230     ). Der ebenfalls auf hiesige Bluechips fokussierte Fondak ( WKN 847101     ) stehe mit nahezu ausschließlich Abflüssen zu Buche. Hingegen positionierten sich Anleger mit Kaufüberhängen des BGF European Fund ( WKN 907986 ( HOME PRODUCTS Aktie) ) und JPM Europe Equity Plus ( WKN A0MNZ3     ) stärker im europäischen Raum.

Asiatischen Aktien mal gekauft, mal verkauft

Beide Seiten gespielt werden laut Deisenroth-Boström bei Portfolios mit asiatischen Unternehmen, die nach einer Durststrecke wieder stärker in an Anlegerfokus rückten. Zu den meist gehandelten Produkten auf der Verkaufsseite gehörten beispielsweise die Euroversion des Baring Hong Kong China Fund ( WKN 933583     ) und der DWS Top Asien ( WKN 976976     ). Zumeist gut an kämen der in US-Dollar notierte Fidelity Funds China Focus Fund ( WKN A0CA6V     ) und der Threadneedle China Opportunities Fund ( WKN A0MMW3     ).

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Von Iris Merker, Deutsche Börse AG

© 27. Mai 2015

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)