FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 21. September 2016. Zinsspekulationen treiben weiter die Börsen. Fondsanleger warten lieber ab, eine klare Richtung fehlt.

Vor dem für heute Abend erwarteten Zinsentscheid der US-Notenbank tut sich nicht viel im Fondshandel. Damit bildet der Tag keine Ausnahme: Fondsanleger üben sich nach den hohen Umsätze im Juni und Juli derzeit in Zurückhaltung. Mal wird gekauft, mal verkauft, einen klaren Trend gibt es nicht. Der DAX bewegte sich in den vergangenen vier Wochen in der Spanne zwischen 10.262 und 10.802 Punkten, am Mittwochmittag notiert der deutsche Leitindex bei 10.503 Zählern.

"Mal springt der DAX plötzlich nach oben oder unten, dann sehen wir Umsätze, mal geht es ewig seitwärts und es passiert nichts", schildert Frank Wöllnitz von der ICF Bank die Lage. Auch Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank meldet relativ niedrige Umsätze - über alle Fondskategorien hinweg. "Es fehlen einfach die Impulse", erklärt die Händlerin. "Heute warten alle auf die US-Notenbank." Die Fed wird ihre Entscheidung um 20 Uhr hiesiger Zeit bekannt geben, mit einer Leitzinserhöhung wird allerdings nicht gerechnet. Die japanische Notenbank hat heute den Leitzins bei minus 0,1 Prozent belassen, gleichzeitig soll der Spielraum bei der Ausweitung der Geldmenge steigen.

Profitieren von der US-Dollar-Entwicklung

Bei der Baader Bank standen Fonds mit deutschen und europäischen Aktien in den vergangenen vier Wochen meist auf den Verkaufslisten, so trennten sich Anleger vom Allianz Europe Equity Growth ( WKN A0KDMU ), vom DWS German Equities Typ O ( WKN 847428 ) und vom Allianz Nebenwerte Deutschland ( WKN 848176 ). Käufe und Verkäufe von Anteilen an Fonds mit internationalen Aktien hat Deisenroth-Boström unterdessen beobachtet, etwa des DWS Top Dividende ( WKN 984811 ) und des Dirk Müller Premium Aktien ( WKN A111ZF ). "Hier wird die US-Dollar-Entwicklung gespielt." Stabile Käufe meldet sie für den ValueInvest Lux Global ( WKN A0BLT7 ).

Wenig Interesse zeigen Anleger derzeit an asiatischen Aktien, wie Deisenroth-Boström außerdem feststellt. "Die Umsätze bewegen sich auf konstant niedrigem Niveau." Zuflüsse gebe es in den Fidelity Funds China Focus ( WKN A0M94A ), Abflüsse aus dem Threadneedle TSIF China Opportunities ( WKN A0MMW3 ).

Mischfonds keine Selbstläufer

Selbst in Mischfonds, die sonst meist gekauft werden, werden aktuell beide Seiten gespielt. Wöllnitz zufolge halten sich etwa beim Flossbach von Storch Multiple Opportunities ( WKN A0M430 ), im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen ( WKN A0M8HD ) und im Carmignac Patrimoine ( WKN A0DPW0 ) Zu- und Abflüsse die Waage. Was die Rendite angeht, hat übrigens der Flossbach von Storch-Fonds in diesem Jahr und auf Dreijahressicht die Nase vorn, seit Jahresanfang kommt er Morningstar zufolge auf 4,1 Prozent, über drei Jahre auf 8,9 Prozent pro Jahr. Beim Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen sind es 3,3 Prozent und 8,4 Prozent jährlich, beim Carmignac 1,97 Prozent und 4,7 Prozent pro Jahr.

Gut weg gehen weiter der Nordea 1 Stable Return ( WKN A0J3XL ) und dessen thesaurierende Variante ( WKN A0HF3W ). "Da sehen wir weiterhin nur Käufe", erklärt Wöllnitz. Der ausschüttende Fonds hat laut Morningstar seit Jahresanfang um 6,3 Prozent zugelegt, in den vergangenen drei Jahren waren es durchschnittlich 6,9 Prozent pro Jahr, beim thesaurierenden sieht es ähnlich aus. Die Baader Bank berichtet außerdem von Käufen des Arero Weltfond ( WKN DWS0R4 ).

Immobilienfonds mit Käufen und Verkäufen

Viel um geht weiterhin mit Anteilenn an Immobilienfonds, wie Wöllnitz außerdem berichtet. Dabei konzentrierten sich Anleger vor allem auf den HausInvest ( WKN 980701 ), den CS Euroreal ( WKN 980500 ) und den Grundbesitz Europa ( WKN 980700 ). "Eine Richtung ist allerdings nicht zu erkennen, es geht hin und her." Für den Grundbesitz Europa hatte die Deutsche Bank Mitte Juni angekündigt, die Anteilsausgabe vorübergehend einzustellen - wegen zu großer Beliebtheit.

Von Anna-Maria Borse

21. September 2016,

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