FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 25. März. Nach regen Umsätzen in den Vorwochen, bedingt durch die Krim-Krise, warten Anleger mittlerweile lieber ab oder nehmen Gewinne mit - vor allem in Biotech-Fonds.

Die Kursavancen des DAX in der vergangenen Woche haben Anleger nicht von einem Einstieg überzeugen können: Frank Wöllnitz spricht zwar von guten Volumina, allerdings überwiegend Abgaben. "Wenn es nach unten geht, steigen bei uns die Umsätze", meldet der Händler der ICF Kursmakler.

"Selbst ein Kursplus von 3 Prozent beim DAX bleibt für uns ohne Folgen", kommentiert Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank. Sie meldet ein insgesamt niedriges Handelsaufkommen. Nach sechs Handelstagen mit Gewinnen gab der DAX am gestrigen Montag deutlich nach, am Dienstag geht es aber schon wieder nach oben: Das Börsenbarometer notiert am Mittag bei 9.326 Punkten.

Biotech-Fonds: Aus der Erfolgsspur?

Aus den Portfolios fliegen Wöllnitz zufolge in dieser Woche Biotechnologiefonds, konkret der DWS Biotech ( WKN 976997     ) und der Dexia Equities L Biotechnology ( WKN 939838     ). "Beim Kurs ging es im freien Flug nach unten" berichtet der Händler. Nach einem Rekordstand Ende Februar von fast 142 Euro je DWS Biotech-Anteilsschein liegt der Preis jetzt nur noch bei 124 Euro. Langfristig orientierte Anleger können das nach dem Erfolgslauf von Biotech-

Aktien in den vergangenen zwei Jahren aber verschmerzen: Von Anfang 2012 bis Ende 2013 hatte sich der Preis der Fondsanteile mehr als verdoppelt.

Lieber deutsch als international

Wenn breit streuende Aktienfonds derzeit überhaupt gekauft werden, dann sind es meist solche mit deutschen Aktien: Zuflüsse verzeichnen Deisenroth-Boström zufolge nämlich der DWS Deutschland ( WKN 849096     ) und der DekaLux-Deutschland ( WKN 974587     ). Im europaweit investierenden BSF European Opportunities Extension ( WKN A0MYJN     ) würden beide Seiten gespielt, im Handel mit internationalen Fonds überwögen sogar die Abgaben. "Betroffen sind der Templeton Growth ( WKN 941034     ) und der Carmignac Investissement ( WKN A0DP5W     )." Allerdings gibt es auch hier beliebte Fonds: Zugegriffen werde etwa im LO Funds - Generation Global ( WKN A0RNUR     ).

Etwas erholt, allerdings auf sehr niedrigem Niveau, haben sich Fonds mit russischen Aktien, etwa der DWS Russia ( WKN 939855     ). Der war zuletzt auf den tiefsten Stand seit viereinhalb Jahren gefallen. Nicht viel wissen wollen Anleger derzeit von asiatischen Titeln. "Das liegt wohl an den schlechten Wirtschaftsdaten", erklärt Deisenroth-Boström. Anleger stiegen aus dem Aberdeen Global Asia Pacific Equity ( WKN 972857     ) und dem Templeton Asian Growth ( WKN 971661     ) aus. "Da hatten wir nur Verkäufe.". Wie am gestrigen Montag bekannt wurde, ist der HSBC-Einkaufsmanagerindex für China im März den fünften Monat in Folge gefallen - auf den niedrigsten Stand seit acht Monaten.

Einige Rentenfonds punkten

Bei den Mischfonds heißt es weiter: Nicht jeder zieht. Wie Wöllnitz berichtet, steht der Ethna Aktiv ( WKN 764930     ) auf den Einkaufslisten. Die Waage hielten sich Zu- und Abflüsse im M&G Optimal Income ( WKN A0MND8     ). Zugegriffen wird Wöllnitz zufolge außerdem im Carmignac Portfolio Global Bond ( WKN A0M9A0     ), einem reinen Rentenfonds, der auf jegliche Art von Anleihen setzt und derzeit schwerpunktmäßig in italienischen und spanischen Staatsanleihen investiert ist. Hingegen verabschiedeten sich Anleger vom Pictet-Euro Corporate Bonds ( WKN 675191     ), einem Fonds mit Unternehmensanleihen.

Minenfonds: Anleger verprellt

Eher ruhig zu geht es im Geschäft mit Minenfonds. Dabei hat der Goldpreis in diesem Jahr ordentlich zulegen können und ist von 1.205 US-Dollar Ende Dezember auf mittlerweile 1.310 US-Dollar je Feinunze geklettert. Für Minenaktien ging es zum Teil noch stärker aufwärts.

Deisenroth-Boström berichtet dennoch von Zu- und Abflüssen in Minenfonds wie dem Earth Gold Fund ( WKN A0Q2SD     ) und dem BGF World Gold Fund ( WKN A0BMAL     ). Investoren bleiben offenbar aufgrund der miesen Langfristbilanz verschnupft. Zwar hat der Earth Gold Fund auf Sicht von drei Monaten um immerhin 32 Prozent zugelegt. Auf Sicht von einem Jahr beziehungsweise drei Jahren kommt der Fonds aber auf ein Minus von 35 und 59 Prozent. Im BGF World Gold Fund ist das Bild ähnlich.

Von Anna-Maria Borse, Deutsche Börse AG

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© 25. März 2014

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)