FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 1. Oktober 2013. Nach der Kursrallye in der ersten Septemberhälfte glauben Anleger offenbar nicht, dass es noch weiter nach oben geht. Stillhalten ist angesagt.

Dass derzeit der klare Trend an den Aktienmärkten fehlt und der DAX auf der Stelle tritt, ist auch im Fondshandel spürbar. 'In Deutschland halten sich Anleger nach den Wahlen extrem zurück, da die Regierungsbildung ja immer noch aussteht', bemerkt Andreas Kehnen von der Baader Bank. 'Und in den USA wartet wegen des Haushaltskonflikts auch alles ab.' Außerdem seien die Börsen ja bereits sehr gut gelaufen. 'Wir hatten erwartet, dass nach der Wahl wieder mehr los sein wird, im Moment ist es aber eher ruhiger', erklärt Ivo Orlemann von ICF Kursmakler. 'Außerdem bringt die Situation in den USA und die politische Lage in Italien Unsicherheit in den Markt.' Der Kongress in Washington konnte sich am gestrigen Montag nicht auf einen Haushaltsentwurf einigen, daher ist die US-Verwaltung nun in großen Teilen stillgelegt. In Italien steht die Regierung von Enrico Letta vor dem Aus.

Aktienfonds ohne Richtung

Käufe und Verkäufe hielten sich bei Fonds mit deutschen und europäischen Aktien daher die Waage, wie Kehnen meldet: Auf den Abgabelisten hätten etwa der Allianz Europe Equity Growth ( WKN A0KDMU     ) und der BSF European Opportunities Extension ( WKN A0MYJN     ) gestanden. Zugegriffen hätten Anleger hingegen im Pioneer Investments German Equity ( WKN 975230     ). Von Fonds mit internationalen Aktien hätten sich Investoren sogar durchweg getrennt, etwa vom M&G Global Basics ( WKN 797735     ) und vom DWS Top Dividende ( WKN 984811     ).

Gut an kommt Orlemann zufolge weiterhin der auf deutsche Nebenwerte setzende Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen ( WKN A0M8HD     ). Im in diesem Jahr sehr begehrten und erfolgreichen DWS Biotech ( WKN 976997     ) hätten allerdings diesmal die Abgaben überwogen. Der Fonds, der bereits in den vergangenen drei Jahren Wertzuwächse von im Schnitt 32 Prozent im Jahr aufweisen konnte, kommt im laufenden Jahr bislang sogar auf ein Plus von 51 Prozent. Das Fondsmanagement investiert weltweit in Aktien von Biotechnologieunternehmen - Schwerpunkt sind mit 96 Prozent ganz klar die USA: Ende August zählten zu den Topinvestments Gilead Sciences, Celgene, Biogen Idec, Regeneron Pharmaceuticals und Amgen.

Anders als in der Vorwoche, als asiatische Aktien gesucht waren, gingen die Meinungen nun auseinander: Kehnen berichtet von Zuflüssen im GAM Star China Equity ( WKN A0MW0K     ) und Abflüssen aus dem Baring Hong Kong China ( WKN 972840     ).

Nur richtig gemischt zieht

Vergleichsweise viel um geht weiter in Mischfonds - wobei längst nicht alle gekauft werden. Im Publikumsliebling Flossbach von Storch Multiple Opportunities ( WKN A0M430     ) dominierten Orlemann zufolge zwar weiterhin die Käufe. 'Zu einem Drittel waren es bei uns aber auch Abgaben.' Im Gegensatz zu vielen anderen Mischfonds kann der Flossbach von Storch für dieses Jahr mit einer ordentlichen Rendite punkten, seit Januar sind es immerhin 6,7 Prozent. Der Carmignac Patrimonine ( WKN A0DPW0     ) kommt hingegen nur auf 0,06 Prozent und wurde im September von der Rating-Agentur Morningstar heruntergestuft. Das entgeht Anlegern offenbar nicht. 'Wir hatten hier viele Verkäufe', ergänzt der ICF-Spezialist. Wieder etwas beliebter sei dagegen der Ethna-Aktiv ( WKN 764930     ) gewesen. Der kommt in diesem Jahr immerhin auf eine Rendite von 3,1 Prozent.

Hin und her in Immobilienfonds, Desinteresse an Minen

Nicht eindeutig ist das Bild im Handel mit Immobilienfonds: Während sich Anleger vom CS Euroreal ( WKN 980500     ) und vom Deka-ImmobilienEuropa ( WKN 980956     ) trennten, fand der hausInvest ( WKN 980701     ) Zuspruch, wie Orlemann meldet. Andere Fonds, etwa der SEB ImmoInvest ( WKN 980230     ), seien in beiden Richtungen gehandelt worden.

Kaum Beachtung fanden unterdessen Minenfonds. 'Es war fast gar nichts los', erklärt Kehnen. Allenfalls im BlackRock Global World Mining ( WKN 986932     ) habe es leichte Abgaben gegeben. Der Fonds, der bereits 2011 und 2012 Verluste verzeichnet hatte, weist für das laufende Jahr aufgrund stark rückläufiger Rohstoffpreise schon wieder ein Minus von 25 Prozent auf.

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Von Anna-Maria Borse, Deutsche Börse AG

© 1. Oktober 2013

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)