FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 13. Mai. Das Allzeithoch im DAX ist wieder in Reichweite, Halter von Aktienfonds nehmen aber lieber Gewinne mit. Nur Mischfonds werden gekauft, allerdings muss die Rendite stimmen.

Börse Frankfurt. Nachdem sich der DAX über Monate in der Spanne zwischen 9.400 und 9.600 Punkten gehalten hatte, scheint jetzt der Ausbruch gelungen: Am gestrigen Montag kletterte das deutsche Börsenbarometer über 9.700 Zähler, der Dow Jones Industrial markierte sogar abermals einen neuen Rekord. Das sorgt auch für Umsätze im Fondshandel.

"Die Stimmung ist gut, wir stehen ja kurz vor dem Allzeithoch", bemerkt Matthias Präger von der Baader Bank. Dennoch überwögen tendenziell Abgaben. "Es sind viele Verkäufer im Markt und nur wenige, die einsteigen", meint auch Ivo Orlemann von ICF Kursmakler und berichtet von Gewinnmitnahmen. Am Dienstagmittag notiert der DAX bei 9.761 Zählern, das Allzeithoch lag bei 9.794 Punkten.

Anleger schauen genau hin

Mischfonds werden weiter gerne genommen, wie die Händler melden, allerdings muss der Spagat zwischen Rendite und Sicherheit gelingen. Gut an kommen Orlemann zufolge unverändert der von Bert Flossbach gemanagte Flossbach von Storch Multiple Opportunities ( WKN A0M430     ), der Kapital Plus ( WKN 847625     ) und der M&G Optimal Income ( WKN A0MND8     ). Großer Beliebtheit erfreut sich dem Händler zufolge auch der Invesco Pan European High Income Fund ( WKN A0J20D     ). Dessen Fondsmanagement konzentriert sich auf hochrentierliche europäische Schuldtitel und - in geringerem Umfang - Aktien.

Kauffreude herrscht auch nach wie vor beim Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen ( WKN A0M8HD     ), der, anders als der Name vermuten lässt, durchaus auch in Anleihen investiert und per Ende April 42 Prozent in Barmitteln gehalten hat. Vorgabe ist lediglich, mindestens 51 Prozent der Gelder in Aktien anzulegen.

Zudem haben Investoren den von Luca Pesarini und Arnoldo Valsangiacomo gemanagten Ethna Aktiv ( WKN 764930     ) offenbar wieder auf dem Schirm. "Der war ja mal sehr beliebt, dann hat man weniger gehört, jetzt ist er aus der Versenkung wieder aufgetaucht", kommentiert Orlemann.

Dagegen fliegt der Carmignac Patrimoine ( WKN A0DPW0     ), der zuletzt viele Anleger enttäuscht hat, weiter aus den Portfolios. Laut Präger trennen sich Investoren auch vom ARERO - Der Weltfonds ( WKN DWS0R4     ).

Stars auf den hinteren Rängen

Seit Jahresanfang kommt der Invesco-Fonds mit 5,14 Prozent auf die höchste Rendite unter den genannten Fonds, gefolgt vom Kapital Plus mit 4,75 Prozent und dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen mit 4,24 Prozent. Auf Sicht von drei Jahren ist der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen mit jeweils 13,90 Prozent im Jahr die Nummer 1, auf den Plätzen 2 und 3 folgen der Invesco-Fonds mit 11,64 und der Flossbach-Fonds 10,31 Prozent. Die ehemaligen Stars der Branche, der Carmignac Patrimoine und der Ethna Aktiv, sind mit einem Minus von 0,61 beziehungsweise Plus von 2,05 Prozent seit Jahresanfang sowie 8,84 und 4,63 Prozent im Jahr auf Dreijahressicht weit abgeschlagen.

Gewinnmitnahmen in Aktienfonds

In reinen Aktienfonds wird häufig Kasse gemacht: Abgestoßen werden Präger zufolge etwa der DWS Deutschland ( WKN 849096     ), der FF - European Growth ( WKN 973270     ) sowie der internationale Fonds M&G Global Basics ( WKN 797735     ). Auf den Einkaufslisten stünden hingegen der JB EF German Value Stock Fund ( WKN 973019     ), der auf kleinere und mittelgroße Unternehmen setzende FPM Fonds Stockpick Germany Small/Mid Cap ( WKN A0DN1Q     ) und der international investierende M&G Global Dividend ( WKN A0Q349     ).

Auch in Fonds mit asiatischen Aktien dominieren die Abflüsse, wie Präger bemerkt, etwa im GAM Star China Equity ( WKN A0MW0K     ) und im DWS Invest Chinese Equities ( WKN DWS0BJ     ). Dagegen positionierten sich Investoren im Aberdeen Global Asian Smaller Companies ( WKN A0HMM5     ).

Umsatzstarke Immobilienfonds

Rege gehandelt werden, wie üblich, Immobilienfonds. Der CS EuroReal ( WKN 980500     ) und der SEB ImmoInvest ( WKN 980230     ), die sich beide in der Abwicklung befinden, würden eher verkauft, wie Orlemann feststellt. Im Grundbesitz Europa ( WKN 980700     ) hielten sich Zu- und Abflüsse die Waage, ebenso im Hausinvest ( WKN 980701     ). "Im Hausinvest gibt es immer wieder größere Käufe." Der Nettoinventarwert liege oft über dem Börsenkurs. "Das kann für langfristige Investoren durchaus interessant sein."

Minenaktien ignoriert

So gut wie ausgestorben ist der Handel mit Minenfonds. "Bei Gold tut sich ja auch nichts mehr", erklärt Präger. Der Goldpreis war im März zwischenzeitlich auf 1.388 US-Dollar je Feinunze geklettert, notiert jetzt aber wieder unterhalb der 1.300 US-Dollar-Marke. Kleinere Zuflüsse gibt es bei der Baader Bank lediglich im BlackRock Global World Mining ( WKN 986932     ).

Von Anna-Maria Borse, Deutsche Börse AG

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© 13. Mai 2014

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)