FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 30. Oktober 2012. Fondshändler berichten von vergleichsweise niedrigen Umsätzen und einem Verkaufsüberhang bei Aktienportfolios. Rentenfonds sind hingegen quer durch die Bank gefragt.

Mit 'hoher Volatilität bei mauen Umsätzen' fassen Market Maker das Geschehen im Fondshandel zusammen. 'Wir bewegen uns weiterhin in einer Seitwärtsspanne, innerhalb dieser Spanne sind die Schwankungen aber relativ hoch - es ist eine Art hektisches Hin und Her', kommentiert Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler.

Laut Baader Bank ist das Volumen der Einzelorders in der vergangenen Woche zwar etwas gestiegen, insgesamt sei das Handelsvolumen aber weiterhin nicht gerade hoch. 'In der abgelaufenen Handelswoche überwogen die Abgaben. Angesichts negativer Unternehmensausblicke und enttäuschend ausgefallener Konjunkturdaten ist das auch nicht gerade verwunderlich - positive Impulse hatte die vergangene Woche jedenfalls keine zu bieten', erklärt Händlerin Anja Deisenroth-Boström.

Heimische Aktienfonds unter Druck

Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt auf deutsche und europäische Aktien stehen dementsprechend auf der Abschussliste. Deisenroth-Boström berichtet etwa von einem deutlichen Verkaufsüberhang im Concentra ( WKN 847500     ) der Allianz. Der Fonds investiert zum größten Teil in deutsche Bluechips. SAP, BASF und Bayer zählen mit einem Anteil von jeweils rund 10 Prozent zu den größten Positionen des Portfolios. Unter Abgabedruck steht aus diesem Segment auch der DWS Aktien Strategie Deutschland ( WKN 976986     ).

'Wegen des schlechten Umfeldes wurden auch international ausgerichtete Portfolios überwiegend abgegeben (WKNs 847652, 797735). Einige Fonds profitierten allerdings von Währungsumschichtungen, nachdem der Euro wieder unter die Marke von 1,30 US-Dollar gerutscht ist', erläutert Deisenroth-Boström. Unter anderem seien die Investoren in den DWS Top Dividende (WKN 948811) eingestiegen, der zu rund einem Drittel in US-Aktien investiert ist. Knapp ein Viertel ist in Aktien aus Großbritannien und Kanada angelegt.

Festverzinsliches gefragt

Im Gegensatz zur allgemeinen Verkaufstendenz bei Aktienfonds sind Rentenportfolios derzeit bei den Investoren beliebt. 'Festverzinsliches war in der vergangenen Woche heftig gesucht - in jeder Couleur', weiß Wöllnitz, der unter anderem von Käufen im international ausgerichteten Rentenportfolio Templeton Global Return ( WKN 812926     ) berichtet. Daneben greifen die Anleger laut ICF derzeit gern zum Deka Genüsse + Renten ( WKN 847982     ), der Rentenpapiere und Genussscheine kombiniert. Auch der LiLux Convert ( WKN 986275     ) ist beliebt. Der Fonds investiert in Wandelanleihen und fest wie variabel verzinsliche Wertpapiere internationaler Emittenten.

Wenig los in Asien

Im Segment Asien lässt sich indes keine einheitliche Tendenz ausmachen. Während Wöllnitz von deutlichen Abgaben bei einzelnen Aktienfonds mit den Länderschwerpunkten Thailand ( WKN 973268     ) und Indien ( WKN 974873     ) spricht, berichtet Deisenroth-Boström von leichten Käufen im Aberdeen Global Asian Smaller Companies Fund ( WKN A0HMM3     ) und im Allianz Thailand Equity Fund ( WKN A0Q1LJ     ). Im Allgemeinen sei aktuell in asiatische Aktienfonds eher sehr wenig los, merkt die Händlerin der Baader Bank an.

Rückläufige Edelmetallnotierungen drücken Minenfonds

Die jüngsten Rückgänge der Gold- und Silberpreise spiegeln sich in einem leichten Verkaufsüberhang bei Minenfonds. Abgegeben wird laut Deisenroth-Boström unter anderem der BlackRock Glb World Gold Fund ( WKN 974119     ). Der Fonds hat in den vergangenen sechs Monaten zwar eine Rendite von fast 8 Prozent erzielt, im vergangenen Monat allerdings ein Minus von 3,8 Prozent. Weitestgehend ausgeglichen sei die Handelstendenz indes beim BlackRock Glb World Mining Fund ( WKN 986932     ).

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© 30. Oktober 2012/Karoline Kopp

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)