FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 2. Juli 2013. Verringerung der Aktienquote bei steigenden Börsennotierungen scheint die Devise vieler Fondsinvestoren. Mischfonds hingegen gehen immer.

Die Aufholjagd an den Börsen in der vergangenen Woche hat auf Fondsanleger eine anziehende Wirkung. Händler aktiv verwalteter Fonds berichten von guten Umsätzen über alle Anlageklassen hinweg. 'Zum Wochenbeginn war noch völlig unklar, ob der Abwärtstrend an den Aktienmärkten gestoppt werden kann', fasst Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler die Stimmung an den Märkten zusammen. Jetzt wirke es so, als habe der Kursrutsch gar nicht stattgefunden.

Während Wöllnitz von einem insgesamt ausgeglichenen Verhältnis zwischen Käufen und Verkäufen spricht, verbucht die Baader Bank einen deutlichen Überhang an Abflüssen. 'Manche Investoren nutzen die technisch ausgerichtete Aufwärtskorrektur in einigen Märkten zum Ausstieg', meldet Lukas Schulte. Im gegenwärtigen Umfeld fehle ein klares Bild hinsichtlich der Marktrichtung. 'Anleger warten auf neue Impulse.'

Keine Investments in deutsche Konzerne

Ob DekaFond ( WKN 847450     ) oder DWS Deutschland ( WKN 849096     ), Investoren zeigen Publikumsfonds mit deutschen Werten derzeit die rote Karte, wie Schulte ausführt. Beide Portfolios investieren hauptsächlich in hiesige Standardwerte und mischen flexibel Smallcaps und Midcaps bei. Den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen ( WKN A0M8HD     ) holten Anleger sich laut Wöllnitz hingegen in Summe in die Depots. 'Dort hatten wir sehr reges Interesse.' Mit mehr Abflüssen als Zuflüssen führt Schulte den europäisch ausgerichteten Espa Stock Europe Value ( WKN A0B7XX ).

Minenfonds werden abgestoßen

Die Entwicklung der Rohstoffe im allgemeinen und Gold im besonderen sorgten für deutliche Abgaben von Minenfonds. Wöllnitz spricht von einem Verkaufsüberhang etwa im Pioneer Inv Aktien Rohstoffe ( WKN 977988     ). Anleger trennten sich laut Schulte zudem vom Stabilitas Silber und Weissmetalle ( WKN A0KFA1     ) sowie vom BGF World Gold Fund ( WKN 974119     ) in größerem Stil. 'Pläne der Fed, dem Markt Liquidität zu entziehen, drücken den Goldpreis', nennt der Händler einen Grund. Zudem sinke aufgrund der Goldsteuer die Nachfrage in Indien, dem größten Abnehmer des Edelmetalls, was den Preis drücke. 'Großbanken stufen die Aussichten für Gold immer mehr herunter.'

Trotzdem erwartet Bernhard Wenger von ETF Securities eine positive Entwicklung für das Edelmetall. Die Nachfrage nach physischem Gold steige und dies bei einer Notierung unterhalb der derzeitigen Grenzkosten für die Förderung. Inklusive der Kapitalkosten und der Mittel für die Exploration müsse eine Mine derzeit rund 1.500 US-Dollar für den Abbau einer Feinunze Gold aufwenden. Deshalb werde sich die Förderung zum gegenwärtigen Preisniveau nicht aufrechterhalten lassen. Ein knapperes Angebot wiederum stütze den Goldpreis.

Dividenden ziehen

Ein gemischtes Bild zeichnet der Schulte von Publikumsfonds mit internationaler Ausrichtung. Per Saldo abgestoßen würde beispielsweise der DJE Agrar & Ernährung PA ( WKN A0NGGC     ) mit Schwerpunkt auf Unternehmen, die in der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette tätig sind.

Kurz vor Beginn der US-Berichtssaison rückten Portfolios in den Vordergrund, die auf überdurchschnittliche Dividenden zielten. Anleger griffen etwa zum BL Equities Dividend ( WKN A0MWCV     ) während im DWS Top Dividende ( WKN 984811     ) beide Seiten gespielt würden.

Mischfonds überzeugen

Unter gemischten Portfolios macht Wöllnitz den Flossbach von Storch Multiple Opportunities ( WKN A0M430     ) als Bestseller der Woche aus. 'Der Dauerbrenner war massiv gesucht.'

Rege gehandelt mit einem Kaufüberhang werde zudem der Acatis Gané Value Event Fonds ( WKN A0X754     ), dessen Fondsmanagement flexibel in Wertpapiere, Geldmarktinstrumente, Bankguthaben, Investmentanteile und Derivate investiert.

China schürt Skepsis

Von Abgaben geprägt sind laut Schulte Publikumsfonds mit asiatischen Aktien. 'Unsicherheit darüber, ob die Schwellenländer die Erwartungen erfüllen können und Diskussionen über eine mögliche Kreditblase in China spielen dabei eine Rolle.' Fondsinvestoren trennten sich etwa von den beiden in US-Dollar gemanagten Templeton Asian Growth Fund ( WKN 785343     , 749654     ) und verabschiedeten sich in Summe vom First State Asia Pacific Leaders Fund ( WKN A0BK0C     ).

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© 2. Juli 2013/Iris Merker

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)